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Staudengarten planen, anlegen & gestalten (mehrjährige winterharte Staudenarten, Pflanzenpläne, Pflege)

So können Sie ganz einfach einen Staudengarten bzw. mehrjähriges Staudenbeet anlegen: Finden Sie hier einen Pflanzplan & Bilder zu verschiedenen Gartenstilen und Tipps zur Gestaltung.

Sie möchten einen Staudengarten anlegen? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen Pflanzplan erstellen, welche Standortbedingungen Sie beachten müssen und wie Sie mit unterschiedlichen Stilen von Staudengärten Ihren individuellen Gartentraum verwirklichen können.

 

DEFINITION VON STAUDENGÄRTEN

Was sind Stauden überhaupt?

Als „Stauden“ bezeichnet man solche Pflanzen, die mehrjährig (also älter als zwei Jahre werden), ausdauernd und krautig sind. Anders als Sträucher verholzen die aus dem Boden ragenden Pflanzenteile nicht. Sobald deren Samen ausgereift ist, sterben diese gegen Ende des Gartenjahres ab. Die Wurzeln, Knollen (Rhizome) und Zwiebeln überwintern allerdings im Boden und bilden im nächsten Frühjahr neue Pflanzen. Nicht zu den Stauden zählen dagegen die zweijährigen Pflanzen, obwohl sie logischerweise auch zu den mehrjährigen zählen. Anders als die Stauden, die sich durch Wurzelausläufer, Absenker, Sprosserweiterung der Knollen oder Zwiebelteilung vermehren, samen die Zweijährigen im zweiten Gartenjahr aus, keimen und bilden winterharte Jungpflanzen. Der Prozess widerholt sich dann im darauffolgenden Jahr.

Gartenideen für den Staudengarten

Staudengärten bieten mit ihrer Blütenpracht und Farbgestaltung ein jedes Jahr wiederkehrenden Blütenzauber für den Garten. Wir möchten Ihnen mit diesen Ideen Beispiele für eine Bepflanzung und Gestaltung des Staudengartens anbieten. Lassen Sie sich bei der Auswahl und Anordnung der Stauden inspirieren und finden Sie schöne Beispiele für Ihren Garten.

STAUDENARTEN NACH BESONNUNG

Welche Staudenarten gibt es und welchen Standort benötigen sie?

Je nachdem für welche Stauden Sie sich entscheiden, kommen unterschiedliche Standorte infrage. Da jede Pflanze ihre eigenen Ansprüche hat, sollten Sie bei Ihrer Auswahl genau darauf achten, welche Stauden Sie für Ihren Garten auswählen.

 

Beliebte Stauden nach Besonnung

Beliebte Stauden nach Besonnung im Überblick. © PuroVivo.de

Stauden für die Sonne

Viele Stauden lieben die Sonne, daher ist die Auswahl hier besonders groß. Allerdings gibt es natürlich Abstufungen bei der Sonnenverträglichkeit. Eine Präriepflanze wie z.B. die Indianernessel kommt lange ohne Wasser aus, wohingegen Pfingstrosen oder Eisenhut die Sonne zwar mögen, allerdings einen Boden benötigen, der weder zu karg noch zu feucht ist. Im Folgenden stellen wir Ihnen nun zwei sonnenliebende Vertreter der Stauden beispielshaft vor.

 

Pfingstrosen

Pfingstrosen sind unter anderem wegen ihrer außergewöhnlichen Blütenvielfalt sehr beliebt. Es gibt zwei verschiedene Gruppen: Stauden- und Strauch-Pfingstrosen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass sich die oberirdischen Teile der Stauden-Pfingstrose in der kalten Jahreszeit komplett in die Erde zurückziehen, wohingegen die Strauch-Pfingstrose wie andere Sträucher ihre Blätter verliert. Die Stauden-Pfingstrose wächst eher buschig und wird je nach Art ca. 60 bis 100 Zentimeter hoch. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort und mittelschwere humose Lehmböden, die auch in der Trockenzeit eine gewisse Feuchtigkeit behalten. Bei der Pflege sollte man drauf achten, die welken Stängel im Oktober oder November dicht über dem Boden abzuschneiden und nach der Blüte mit Komposterde zu düngen. Wichtig ist auch, die Pflanze nach Möglichkeit nicht umzusetzen, da sie am besten gedeihen, wenn sie über Jahre am selben Standort verbleiben. Wer sich daran hält, kann sich allerdings an einer pflegeleichten Pflanze erfreuen.

Indianernessel

Die Indianernessel stammt, wie der Name bereits vermuten lässt, aus Nordamerika und wurde schon lange vor ihrer Einführung als Zierpflanze von den Indianern als Heilpflanze eingesetzt. Indianernesseln mögen durchlässigen, nährstoffreichen, mäßig feuchten Boden und kommen, solange dieser gegeben ist, gut mit der prallen Sonne aus. Was sie allerdings nicht mögen sind Staunässe sowie winternasse Böden. In Kombination mit Salbei (Salvia), Sonnenhut (Echinacea) und Schafgarbe (Achillea) und in Herbstbeeten mit Astern, Hoher Fetthenne und Ziergräsern kommt der wilde, exotische Charme der Indianernessel perfekt zur Geltung. Doch auch als Präriegartenstaude hat sich die Indianernessel in den letzten Jahren etabliert und bevölkert gemeinsam mit Astern (Aster), Goldruten (Solidago) und Ziergräsern heimische Gärten. Bei der Pflanzung sollte man aber aufgrund der Kahlheit der Stängel im unteren Bereich darauf achten, niedrigere Stauden in den Vordergrund zu setzen.

 

Stauden für den Halbschatten

Wenn die Lichtverhältnisse im hauseigenen Garten nicht ganz eindeutig sind, dann ist man mit Stauden, die den Halbschatten mögen, gut bedient. Wir stellen Ihnen zwei Arten vor:

 

Fingerhut

Der Fingerhut ist eine Art Klassiker des Bauerngartens und macht rein optisch einiges her. Selbst im Halbschatten macht er mit seinen großen Blütenständen und den zahlreichen pinken oder weißen Glockenblumen den anderen Pflanzen äußerlich starke Konkurrenz.  Da Fingerhut sich von selbst aussät, ist es außerdem von Jahr zu Jahr eine Überraschung, an welcher Stelle des Gartens er auftauchen wird. Bodentechnisch mag es die Pflanze humuslastig, außerdem bevorzugt sie eine Mulchschicht aus halb verrottetem Laub. An der richtigen Stelle eingepflanzt, braucht der Fingerhut zudem keine Düngung und zusätzliche Wassergaben. Weiterhin ist wichtig, dass alle Pflanzenteile äußerst giftig sind, weswegen man in einem von Kindern genutzten Garten von einer Pflanzung absehen sollte.

 

Purpurglöckchen

Bei den Purpurglöckchen handelt es sich um Stauden, die ursprünglich in Felsspalten und in küstennahen Wäldern Nordamerikas heimisch sind. Ihre winzigen, trichterförmigen Glöckchenblüten wirken anmutig und filigran, jedoch ist der eigentliche Blickfang der Pflanze immer noch ihr attraktives, gelapptes Laub. Diese kommt in sämtlichen Farbschattierungen von Zart- bis Dunkelgrün, Gelborange bis Dunkelrot, Silber, Violett und Bronze bis hin zu überhauchtem Braun vor. Die Stauden bevorzugen einen frischen bis feuchten, lockeren, nährstoff- und humusreichen Boden, der am besten schwach sauer ist und im Sommer nicht zu sehr austrocknet. Auch sind sie nicht besonders sonnenaffin, können aber bei angemessener Feuchtigkeit des Bodens auch in Maßen die Sonne vertragen.

 

Stauden für den Schatten

Ja, es gibt sie; Stauden, die sich für die eher sonnenärmeren Ecken des Gartens eignen und dabei trotzdem optisch den Sonnenanbetern unter den übrigen Stauden in nichts nachstehen. Falls Sie also noch suchen, kommen hier zwei Vorschläge für schattenliebende Pflanzen.

 

Elfenblume (Epimedium)

Die Elfenblume ist mit ihren orchideen-ähnlichen Blüten in rot, gelb, orange und violett nicht nur im Frühjahr hübsch anzusehen, oft färbt sich ihr Laub im Herbst auch rötlich. Doch sie ist auch sehr effektiv: Die rasch wachsende, kleinwüchsige Staude ist ein sehr konkurrenzfähiger Bodendecker. Sie unterdrückt das Wachstum von Unkraut durch ihr dichtes Wurzelwachstum und erspart so häufiges Unkrautjäten.  Zum Wachsen benötigt sie am besten kalkarme, saure bis neutrale Böden.

 

Lanzen-Silberkerze

Diese schattenliebende Pflanze kann eine stattliche Größe von bis zu 180 cm erreichen. Die getönten Blütenkerzen setzen sich deutlich von dem sattgrünen Laub ab. Sie locken gut Bienen und andere Insekten an, weswegen sie perfekt in naturbelassenen Schattengärten verwendet werden können. Die Lanzen-Silberkerze verträgt Trockenheit sehr gut, was sie relativ pflegeleicht macht. Was den Boden angeht, mag sie es nährstoffhaltig, trocken und frisch. In Kombination mit anderen hochgewachsenen Stauden wie z.B. dem Fingerhut gibt sie ein tolles Staudenbeet in Ihrem Garten ab.

 

DER IDEALE STANDORT FÜR EIN STAUDENBEET

Wie sollte der ideale Standort für Ihr Staudenbeet aussehen?

Natürlicher Staudengarten

Sonniger Staudengarten in voller Blüte.

Es gibt zwei Kriterien, die unbedingt berücksichtigt werden sollten, wenn es um die Standortwahl des Staudenbeetes geht. Zum einen sind das die vorherrschenden Licht-, zum anderen die Bodenverhältnisse.  Viele Stauden bevorzugen eher sonnige bis halbschattige Plätze zum Wachsen. Wer dann meint, beispielsweise eine eher schattenliebhabende Staude unbedingt in einen Präriegarten pflanzen zu müssen, kann jedoch böse überrascht werden. Von daher sollte man sich vorher gut mit den Pflanzenbedürfnissen auseinandersetzen. Was Sie speziell bei der Auswahl von Platz und Boden beachten sollten, erfahren Sie hier.

 

 

Die richtigen Bodenverhältnisse für Stauden

Viele Stauden mögen es bodentechnisch humos und gut wasserdurchlässig. Dennoch lässt sich diese Aussage nicht gänzlich auf jede Staudenart ohne weiteres übertragen. Während die eine Staude im Präriegarten gut gedeiht, ist die andere vielleicht besser im Schattengarten aufgehoben, während wieder eine andere sich nur aus einer Mischung der Lichtverhältnisse heraus gut entwickeln kann. So oder so gilt, dass sonnige Lagen häufig zu extrem kargen und sandigen Böden neigen, wohingegen kühle und schattige Standorte sehr feuchte und humose Böden aufweisen. Die Konsistenz der Erde kann außerdem Aufschluss über Humusgehalt und Wasserspeichervermögen geben. Je dunkler und krümeliger ein Boden ist, umso höher ist beides. Wichtig ist, die Pflanzenart immer nach den Bodenverhältnissen auszusuchen, die man vorfindet. Zwar kann der Boden ein wenig aufgebessert werden, beispielsweise durch die Zugabe von Sand, Kies oder Humus, völlig zu verändern ist er in den meisten Fällen jedoch nicht. Es mag ärgerlich sein, einen bestimmten Stil des Staudengartens dann nicht umsetzen zu können, jedoch wird ein Erblühen des Staudengartens nur so gesichert.

 

Die richtigen Lichtverhältnisse für einen Staudengarten

Wie bereits oben erwähnt, mögen es viele Stauden sonnig bis halbschattig. Sonnig heißt jedoch nicht, dass sich die Stauden in der prallen Mittagssonne allzu wohlfühlen, das ist ihnen zu trocken und nur für einige Stauden wie z.B. den Purpursonnenhut im guten Toleranzbereich. Daher kommt, wenn Sie kaum Schatten im Garten haben, die Anlegung eines Prärie- oder Trockengartens in Frage. Natürlich gibt es auch Stauden, die es vor allem halbschattig bis schattig mögen. Standorte in der Nähe von Sträuchern oder unter Bäumen sind für sie kein Problem. Solche Stauden sind z.B. die Lavendelheide oder aber diverse Eisenhutarten.  Sie eigenen sich gut für die Gestaltung eines Schatten- oder Waldgartens.

 

DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR DAS ANLEGEN EINES STAUDENGARTENS

Wann können Sie am besten einen Staudengarten anlegen?

Die beste Jahreszeit für das Anpflanzen eines Staudenbeetes sind der Herbst und das Frühjahr. Die Ruhezeit der Pflanzen beginnt gegen Ende des Herbstes und erstreckt sich bis ins Frühjahr hinein. In diesem Zeitraum, also dem Winterhalbjahr, haben sie ihre oberirdischen Pflanzenteile eingezogen. Er eignet sich daher am besten für das Um- und Einpflanzen der Stauden. Unbedingt aufpassen sollten Sie, die Pflanzen nicht in ihrer Aktiv- oder Wachstumsphase zu verlegen oder einzupflanzen. Sie riskieren auf diese Weise erhebliche Störungen. Im schlimmsten Fall erholt sich die Pflanze dann nicht mehr von den erlittenen Strapazen und geht ein. Wichtig ist außerdem, dass der Boden frostfrei ist. Einige Stauden wie z.B. Ziergräser mögen außerdem keine Nässe, weswegen sich auch für sie das Frühjahr zum Einpflanzen anbietet.

Staudengarten im Englischen Stil

Staudengarten im Englischen Stil. © Konstiantyn – Fotolia.com

 

PFLANZPLAN ANLEGEN

Wie wird ein Pflanzplan für einen Staudengarten angelegt?

Wenn Sie mit Köpfchen ans Anlegen des Staudengartens herangehen wollen, sollten Sie sich vorab einen Pflanzplan für Ihr Vorhaben anlegen. Hierbei werden Punkte wie die Auswahl der Pflanzen und deren Anordnung im Staudenbeet berücksichtigt, aber auch Aspekte wie die Stilrichtung, die das Beet haben soll, Terrassengestaltung und Aufbau des Gartens, miteinbezogen.

 

 

Auswahl der Pflanzen für den Staudengarten

Wichtig ist wie bereits erwähnt, dass Sie Ihre Pflanzenauswahl nach den vorgefundenen Standortbedingungen wie Boden und Licht richten. Ist dies geschehen, so sollte die nächste Überlegung sein, wann die Blütezeit der gewünschten Stauden ist. Handelt es sich hierbei um Frühjahrs-, Sommer-, oder Herbstblüher? Damit das Staudenbeet das ganze Jahr über mit seiner Blütenpracht besticht, ist eine Kombination der Genannten empfehlenswert.  Bei der Auswahl sollten die auffälligsten und größten Pflanzen immer zuerst gewählt werden, danach dazu passende kleinere Stauden. So stellt man sicher, dass auch wirklich alle gewünschten Pflanzen im Beet Platz finden. In dem Zusammenhang ist es ratsam, eine Zeichnung der örtlichen Gegebenheiten und der Einzelpflanzen anzufertigen. Das gelingt am leichtesten mithilfe eines maßstabgetreuen Gartenplans, auf dem man alle gewünschten Arten mit den notwendigen Abständen (Wuchsbreite) vermerkt. Es lässt sich dann hieraus ganz einfach die benötigte Anzahl an Pflanzen ablesen. Sinnvoll ist es auch darauf zu achten, kein Einzelexemplar einer Staudenart einzusetzen, sondern möglichst immer 3-5 einer Sorte. Auf diese Weise entwickeln sich schönere Übergänge zwischen den verschiedenen Stauden und es kann ein eindrucksvolles Gesamtarrangement entstehen.

 

Aufbau des Staudengartens

Um ein Durcheinander im Staudengarten zu vermeiden, sollte man die einzusetzenden Stauden immer gemäß ihrer Funktion unterteilen und pflanzen. Die größten und auffälligsten Pflanzen bekommen etwa die Rolle der Leitstauden. Die Leitstauden sollten sich am besten nur aus wenigen verschiedenen Pflanzenarten zusammensetzen, da das Beet sonst optisch unruhig erscheint. Sie stehen bei Randbeeten immer hinten, bei Rundbeeten in der Gartenmitte können sie auch mittig platziert sein.  Von den Leitstauden sollten etwa 2-3 Stück pro m² gepflanzt werden. Als nächstes werden die Begleitstauden gesetzt. Das sind die Pflanzen, die durch eine etwas geringere Wuchshöhe gekennzeichnet sind und in etwas größeren Ansammlungen um die Leitstaude gepflanzt werden. Aus diesem Grund sollten ihre Blüten mit denen der Leitstauden harmonieren oder zumindest die Komplementärfarbe bilden. Je nachdem, ob es sich um mittelhohe Stauden (40 – 60 cm) oder niedrige Stauden (20 – 40 cm) handelt, variiert auch die Anzahl pro m². Bei den Mittelhohen sind es 4 – 6 Stück, bei den niedrigen mit 7 – 9 Stück etwas mehr. Von zwergigen Stauden mit 5 – 20 cm Durchmesser können Sie im Beet sogar bis zu 16 Stück/ m² stellen. Zu guter Letzt gibt es noch die sogenannten Füllpflanzen, welche die verbliebenen Lücken und den vorderen Beetbereich besetzen. Typischerweise werden hierfür Bodendecker eingepflanzt.

 

PFLANZUNG VON STAUDENGÄRTEN

Wie sollten Staudengärten gepflanzt werden?

Bevor Sie mit dem Einpflanzen beginnen, sollten Sie immer die Größe der geplanten Stauden im Hinterkopf behalten. Ansonsten kann es schnell mal passieren, dass die Pflanzen zu eng gesetzt werden und sich gegenseitig im Wuchs behindern.  Außerdem müssen vorab die Wurzelballen der Staude gründlich gewässert werden. Danach graben Sie das Pflanzloch. Es hat etwa die 1,5-fache Größe des Wurzelballens.  Wenn Sie sich jetzt wieder der Pflanze widmen, sollten Sie die Wurzeln durch Klopfen auf den Topf vorsichtig lockern und die oberste Schicht Erde in diesem entfernen, da sie oft mit Unkraut behaftet ist. Anschließend werden die Wurzeln erneut gelockert, die Staude ins Pflanzloch gesetzt und dieses mit Erde aufgefüllt. Diese müssen Sie zu guter Letzt leicht andrücken und gut wässern.

 

STILE VON STAUDENGÄRTEN - UMWERFENDE VIELFALT FÜR JEDEN GESCHMACK

Welche Stile von Staudengärten gibt es?

Das Beste zuerst: Der Gestaltung von Staudengärten sind nahezu keine Grenzen gesetzt! Für jeden gewünschten Stil gibt es passende Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlichster Stauden und für jegliche Gegebenheiten in Ihrem Garten lässt sich ein passendes Staudenbeet kreieren.

Stile von Staudengärten im Überblick

Stile von Staudengärten im Überblick. © PuroVivo.de

Der Wohngartenstil: Für den organisierten Gartenliebhaber

Es handelt sich hierbei um einen Trend der dreißiger Jahre, der auf eine Schlichtheit und Organisiertheit des Gartens abzielt. Charakteristisch sind der mit Plattenwegen erschlossene Nutzrasen, der von Staudenrabatten, Ziergehölzen, Pergolen, Natursteinmauern und gegebenenfalls von Sichtschutzelementen gerahmt ist. Es wird viel Wert auf ein ruhiges und gepflegtes Gesamtbild des Gartens gelegt, welchem der Staudengarten als kleines, aber feines Gestaltungsmerkmal beikommen soll. Der Staudengarten hat eine Wohlfühlfunktion, soll aber nicht übertrieben im Mittelpunkt stehen. Wer sich gestaltungstechnisch bei der Anlegung eines Staudengartens austoben möchte, für den ist dieser Stil daher wahrscheinlich nicht das Richtige. Bevorzugen Sie schlichte, aber schöne geordnete Gärten, könnte er aber genau das Richtige für Sie sein.

Der Waldgarten: Wildromantisch und ein wenig geheimnisvoll

Für jeden, der es etwas abenteuerlicher mag, könnte der Waldgarten passend sein. In einem Waldgarten, wild und natürlich wie der Landhausgarten, imitiert der Gärtner den Aufbau eines natürlichen Waldgebiets, welches wie in einem echten Wald in drei Schichten angelegt wird: der Baumschicht, der Strauchschicht und der Krautschicht. Im Garten vorkommende Motive wie „bunt blühende Lichtungen“ bieten hier eine großartige Möglichkeit, besondere Stimmungsbilder zu erschaffen. Geeignet für solche Lichtungen sind vor allem robustere und etwas anspruchslosere Stauden, die mit verschiedenen Licht- und Bodenverhältnissen gut klarkommen. Beliebt sind etwa die Lupine, die duftende Fleischbeere, die Bienenweide oder der Fingerhut.

Staudengarten im Burggarten

Staudengarten im Burggarten. © jamesdavidphoto – Fotolia.com

 

Der Trocken/- oder Kiesgarten: Blütenpracht trotz Trockenheit

Leider hat man nicht immer Glück mit dem Boden im hauseigenen Garten. Nichtsdestotrotz braucht man auch bei einem besonders sandigen oder durchlässigen Boden mit wenig Speicherkapazität nicht auf einen Staudengarten zu verzichten. Es gibt einige Staudenarten, die sich auch mit weniger Feuchtigkeit im Boden zufriedengeben und sich damit perfekt für einen Trocken/- oder Kiesgarten eignen. Hierzu zählen Yucca (Yucca filamentosa), Schafgarbe (Achillea), Brandkraut (Phlomis), Bronzefenchel, Spornblume, Lavendel und noch viele mehr. In Kombination mit Kies geben sie das Bild eines modernen und dennoch naturnahen Staudengartens ab, der zudem durch eine gewisse Exotik der verwendeten Pflanzarten besticht. Möchten Sie diesem Garten noch etwas mehr Leben verleihen, integrieren Sie doch einen Gartenbrunnen (title: ), welcher an heißen und sonnigen Tagen fröhlich vor sich hin plätschert.

 

 

Der Präriegarten: Nordamerika als Vorbild

Ein Präriegarten ist eine äußerst lebendige und robuste Gemeinschaft von Pflanzen, die ohne viele Pflegemaßnahmen wie zusätzliches Wässern oder Düngen auskommt. Als Inspiration für diesen natürlichen Gartentyp dienen die weitläufigen und rauen Landschaften Nordamerikas, in denen widerstandsfähige Gräser und farbenfrohe Blütenstauden optisch dominieren. Einen Präriegarten anzulegen hat sehr viele Vorteile. Pflanzen, die natürlicherweise in der nordamerikanischen Prärie gedeihen, kommen gut mit dem harten Gegensatz zwischen warmen Sommern und sehr kalten Wintern zurecht und vertragen viel Regen. Doch nicht nur wettertechnisch sind sie sehr flexibel, auch was den Boden angeht haben Präriepflanzen eine hohe Verträglichkeit. Sie gedeihen auf Sandboden ebenso gut wie auf humusreichem Lehm. Unentbehrlich ist jedoch eine gute Wasserdurchlässigkeit – Nässe bekommt ihnen im Winter nicht besonders gut. Auch eine ein hoher Kalkgehalt des Bodens mit einem pH-Wert von sechs bis sieben ist vorteilhaft. Ausgesprochen hübsch sehen in einem Präriegarten Duftnessel-, Purpursonnenhut-, und Kokardenblumenstauden aus. Ihre Blütenpracht sorgt für adrette Farbtupfer zwischen dem ansonsten eher durch Gräser geprägten Präriesetting.

 

Schattengärten: Wo Lichtpunkte auf den Blättern tanzen

Beim Wort „Schattengarten“ müssen Sie an ein mickriges Fleckchen Grün im Hinterhof eines Miethauses denken? Weit gefehlt! Vielmehr gilt der Schattengarten als anerkannte Kulturform eines Gartens mit verringerter Lichteinstrahlung in unterschiedlicher Intensität. Viele begeistert es, einen Schattengarten anzulegen, da dessen wohltuende Atmosphäre derer eines Waldes ähnelt und vor allem an heißen Sommertagen angenehme Temperaturen unter dem Blätterdach herrschen. Laubengänge und Haine weisen außerdem eine Romantik auf, die an Ritterfilme und Burggärten erinnern lässt. Jene Romantik wird durch das ständig wechselnde Spiel aus Licht und Schatten und der Schönheit einiger gezielt platzierter Dekorationselemente noch verstärkt, das für diesen Gartentyp charakteristisch ist. Wichtig für die Auswahl der Stauden ist natürlich, dass die Pflanzen tendenziell einen gewissen Grad an Lichtmangel vertragen. Die Japan Anemone oder aber der Eisenhut sind stilvolle Blickfänge in einem solchen Garten und reihen sich gut in ein typisches Restarrangement wie z.B. aus Farn und Ziergräsern wie der Weißrand- Japan-Segge ein.

 

PFLEGE VON STAUDENGÄRTEN

Wie sollten Staudengärten gepflegt werden?

Im Staudenbeet wachsen leider nicht nur die gewünschten Pflanzen, sondern auch unerwünschtes Unkraut. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Pflege eines Beetes unabdingbar. Vor allem in den ersten zwei Jahren einer Staudenneupflanzung, wenn die Pflanzendecke noch nicht richtig geschlossen ist, sollten Sie einmal im Monat eine Wildkrautkontrolle durchführen. Mit einer Grabegabel bzw. einem Löwenzahn- oder Distelstecher oder einem anderen geeigneten Gartenwerkzeug lässt sich das Unkraut gut mitsamt seiner Wurzeln entfernen. Bei konsequenter Jätung werden die Wurzelunkräuter geschwächt und geben mit der Zeit den Platz frei. Auf ein Harken des Bodens dagegen sollte man verzichten, weil es dem Unkraut ideale Lebensbedingungen verschafft. Man sollte daher, was die Bearbeitung der Erde betrifft, eher auf Natürlichkeit setzen.

 

Die Düngung des Staudenbeetes

Für viele Stauden ist es ausreichend, im Frühjahr einmal mit organischem Material wie Kompost oder Langzeitdünger zu düngen. Ist es besonders trocken, muss dabei der Boden vorher gründlich gewässert und der Dünger vorsichtig in den Boden eingearbeitet werden. Bei der Nutzung eines Mineraldüngers müssen die Pflanzen danach gründlich abgeduscht werden, um Verbrennungen durch die darin enthaltenen Salze auf den Blättern zu vermeiden. Allgemein gilt, dass ab Juli die Düngezeit vorbei ist.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Auf welche Punkte sollten Sie beim Anlegen eines Staudengartens achten?

Wenn Sie einen Staudengarten anlegen möchten, sollten Sie auf einige Punkte achten, die für das gesunde Aufblühen Ihres Gartens unabdingbar sind. Machen Sie sich zunächst ein Bild darüber, ob es sich bei Ihrem Garten um einen schattigen, einen halbschattigen oder einen sonnigen Garten handelt. Die Pflanzen, für welche Sie sich entscheiden, sollten Sie darauf abstimmen. Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt eine Rolle und sollte von Ihnen unbedingt beachtet werden. Entscheiden Sie sich dann noch für einen passenden Stil, der zu Ihrem vorherrschenden Gartenstil passt, können Sie sich an das Pflanzen der Stauden machen. Achten Sie hierbei darauf, dass die Anordnung jeder Pflanze genügend Platz zum Wachsen bietet und sich große Pflanzen mit kleineren Exemplaren abwechseln. Bei der Pflege Ihres Gartens sollten Sie auf das richtige Entfernen von Unkraut achten und das regelmäßige Düngen achten. So können Sie sich jedes Jahr aufs Neue an Ihrem Staudengarten erfreuen.

 

Häufige Fragen (FAQ)

📌 Wie lege ich ein schönes Staudenbeet an?zuklappenaufklappen

Ein Staudenbeet muss nicht jedes Jahr neu angelegt werden, denn die Stauden kommen jedes Jahr wieder. Bevor Sie mit dem Einpflanzen anfangen, machen Sie sich am besten einen Pflanzplan, um die Position der Stauden zu bestimmen. Beachten Sie hier, dass die Stauden noch wachsen und dafür Pflanz brauchen. Setzen Sie sie also nicht zu eng. Wässern Sie den Wurzelballen und graben Sie für jede Staude ein Loch, das etwa 1,5-mal so groß ist wie die Wurzeln. Lockern Sie den Wurzelballen etwas und befreien Sie ihn von Unkraut. Dann können Sie die Staude in das Loch setzen. Füllen Sie das Loch mit Erde auf, drücken Sie sie leicht an und wässern Sie sie gut.

Hier finden Sie weitere Informationen

📌 Wann sollte man ein Staudenbeet anlegen?zuklappenaufklappen

Sowohl der Herbst als auch der Frühling eignen sich hervorragend für das Anlegen eines Staudenbeets. Achten Sie aber unbedingt auf die Art der Staude: manche Pflanzen sollten nur im Frühjahr gesetzt werden, wie beispielsweise spätblühende Stauden und viele Gräser.

Hier finden Sie weitere Informationen. 

📌 Sind alle Stauden mehrjährig?zuklappenaufklappen

Ja, die Definition der Staude besagt, dass die Stängel der Staude im Herbst absterben und die Pflanze im Frühjahr neu austreibt. Das heißt, dass jede Staude mehrjährig ist und nicht in jedem Frühling neu eingepflanzt werden muss.

Hier finden Sie weitere Informationen. 

📌 Wann wird ein Staudenbeet gedüngt? zuklappenaufklappen

Am besten düngen Sie Ihre Stauden einmal im Frühjahr mit organischem Material wie zum Beispiel Langzeitdünger oder Kompost. Achten Sie aber darauf, dass Sie den Boden ausreichend wässern sollten, wenn es sich um einen trockenen Frühling handelt. Arbeiten Sie den Dünger vorsichtig in die Erde ein, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Ab Juli sollten Sie dann nicht mehr düngen.

Hier finden Sie weitere Informationen. 

Über den Autor

Dierk
Über den Autor: Dierk

Dierk ist Gründer, Ideengeber und Inhaber von PuroVivo.de. Mit über 3 Millionen Produkten im Bestand kümmert er sich zusammen mit seinem Team, um die Koordination und die Weiterentwicklung des Produktvergleiches.

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