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Totensonntag/Ewigkeitssonntag – Datum 2020, 2021, 2022, 2023 - 2030 & Bedeutung in der Kirche

Totensonntag & Ewigkeitssonntag 2020 - 2030 - Erfahren Sie hier alles zur Bedeutung in der christlichen Kirche, zu den Symbolen & Bräuchen des Feiertags. Außerdem bieten wir Ihnen passende Sprüche für den Feiertag im November!

Der Totensonntag im November ist ein wichtiger Tag für evangelische Christen in Deutschland und der Schweiz, er hat aber auch für Katholiken eine Bedeutung. Hinterbliebene denken am Ewigkeitssonntag an ihre Verstorbenen, auf dem Friedhof und beim Gottesdienst. Ob der Totensonntag ein Feiertag ist, warum man an diesem Tag nicht tanzen darf und welche Bräuche gepflegt werden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Totensonntag 2020, 2021, 2022, 2023 – 2030

Wann ist der Totensonntag in den nächsten zehn Jahren?

Der Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag ist ein beweglicher Feiertag. Das heißt: Dieser christliche Gedenktag an die Gestorbenen findet nicht an einem festgelegten Kalendertag statt, sondern er liegt immer auf einem Sonntag. Da der Totensonntag außerdem im Kirchenkalender der evangelischen und katholischen Kirche als der letzte Sonntag vor dem ersten Advent festgelegt ist, ergibt sich, dass der Termin für diesen Gedenktag grundsätzlich in den Zeitraum zwischen dem 20. und dem 26. November fallen muss. Im Verlauf der Jahre schiebt sich der Totensonntag-Termin in dieser Zeitspanne jedes Jahr hin und her. Ein Übersichtskalender, der über mehrere Jahre zeigt, auf welchen Tag der Totensonntag fällt, ist daher recht praktisch. In diesem kleinen Kalender können Sie übersichtlich und schnell erkennen, auf welche Termine der Totensonntag 2020 bis 2030 fallen wird.

 

Totensonntag 2020-2030 im Überblick. ©PuroVivo.de

 

Totensonntag im Kirchenjahr

Wann ist der Totensonntag im Kirchenjahr?

Als Totensonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr festgelegt, bevor die vier Adventssonntage beginnen. Da der vierte Adventssonntag immer vor dem 25. Dezember liegen muss, kann der Totensonntag nur auf Termine zwischen dem 20. und dem 26. November fallen. Zum Feiertag erklärte man den Totensonntag in Preußen im Jahr 1813, als „allgemeines Kirchenfest zum Gedenken an die Verstorbenen“. Vorher hatte ein solcher Gedenktag im evangelischen Kirchenjahr gefehlt, und nach den großen Schlachten der Befreiungskriege gegen Napoleon war das Bedürfnis der Menschen nach angemessener Trauer groß. Heute ist der Totensonntag in allen deutschen Bundesländern als Feiertag besonders geschützt. Aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag finden in ganz Deutschland weihnachtliche Aktivitäten wie Christmärkte, Festtagsdekorierung in Kaufhäusern oder städtische Weihnachtsbeleuchtungen erst nach diesem Sonntag statt.

 

 

Weitere Gedenktage im Totenmonat November

Welche weiteren Gedenktage gibt es im Totenmonat November?

Der November beginnt in den katholisch geprägten Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland) mit einem Feiertag: An Allerheiligen gedenken die Gläubigen den bekannten und unbekannten Heiligen ihrer Kirche. Der Tag gilt als Hochfest und gleichzeitig als gebotener Feiertag, an dem jeder Gläubige an der heiligen Messe teilnehmen muss. Daneben ist Allerheiligen in den katholisch geprägten Bundesländern ein stiller Feiertag: An diesem Tag darf in der Öffentlichkeit weder getanzt noch gefeiert werden. Auch in vielen anderen europäischen Ländern ist Allerheiligen ein Feiertag. Am folgenden Tag, dem 2. November, wird in der katholischen Kirche Allerseelen gefeiert. Dieser Tag ist das Pendant zum evangelischen Totensonntag – die Gläubigen denken an alle Seelen, die im Fegefeuer der Hölle schmoren müssen. Mit Gebeten, Fürbitten und früher auch Ablasszahlungen versucht man, Gott um Gnade für die verlorenen Seelen zu bitten. Anders als Allerheiligen ist Allerseelen kein gesetzlicher Feiertag. Er wird vor allem in Süddeutschland und den Alpenländern schon seit Jahrhunderten begangen, mit ihm sind zahlreiche Bräuche wie das Allerseelenbrot für die herumirrenden Seelen verbunden. Auf drei Friedhöfen in Mainz werden traditionell die spiralförmig gedrehten Newweling-Kerzen angezündet.

 

Gedenktage im November. ©PuroVivo.de

 

Auch andere christliche Religionen gedenken am Jahresende ihrer Toten. Die Neuapostolische Kirche feiert am ersten Sonntag im November einen Gottesdienst für Entschlafene. Ein nicht religiöser Totengedenktag ist der Volkstrauertag. Er wird immer am Sonntag vor dem Totensonntag begangen, um an die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs und aller weiteren kriegerischen Konflikte zu erinnern. Ins Leben gerufen in der Weimarer Republik, wird der Volkstrauertag als staatlicher Gedenktag erst seit 1952 gefeiert. Der Bundestag kommt am Volkstrauertag zu einer Gedenkstunde zusammen, bei der die Nationalhymne gespielt wird und der Bundespräsident eine Rede hält. In vielen Städten und Gemeinden werden parallel Gedenkveranstaltungen gehalten und Grabkränze an Grabstätten und Denkmälern niedergelegt. Der Volkstrauertag ist zwar kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, aber in allen Bundesländern ein stiller Feiertag – auch hier dürfen keine öffentlichen Tanz- und Musikveranstaltungen stattfinden. Am Mittwoch vor Totensonntag feiert die evangelische Kirche den Buß- und Bettag. An diesem Tag bereuen die Gläubigen begangene Sünden und besinnen sich auf ihren Glauben an Gott. Wie der Totensonntag und der Volkstrauertag ist der Buß- und Bettag ein stiller Feiertag. Sachsen ist heute das einzige Bundesland, in dem der Buß- und Bettag daneben ein offizieller staatlicher Feiertag ist. In Bayern ist für Kinder an diesem Tag schulfrei und die meisten Kitas schließen.

 

Bedeutung & Ursprung des Totensonntags

Welche Bedeutung hat der Totensonntag?

Seitdem im Mittelalter das Kirchenjahr mit seinen festen liturgischen Terminen entstanden ist, hat der Totensonntag eine besondere Bedeutung. In den Predigten beider Konfessionen wird an den letzten drei Sonntagen im Kirchenjahr meistens über die Themen Tod, Jüngstes Gericht und ewiges Leben gesprochen. Bevor mit der Adventszeit das neue Kirchenjahr beginnt und man die Geburt von Jesus Christus feiert, wird an die Endlichkeit des irdischen Lebens erinnert – und gleichzeitig an die Auferstehung und das ewige Leben. Für Hinterbliebene ist der Totensonntag ein wichtiger und willkommener Anlass, zu dem sie ihrer Trauer Ausdruck geben können, die Gemeinsamkeit mit anderen Trauernden spüren und gleichzeitig Hoffnung schöpfen dürfen: Gottes Versprechen vom ewigen Leben heißt, dass man seine Lieben nach dem eigenen Tod wiedersehen wird. Der Totensonntag gibt Trauernden also die Gelegenheit, mit ihrem Verlust zurechtzukommen und vertrauensvoll nach vorn zu blicken.

 

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. – Bertolt Brecht

 

Unterschied zwischen Totensonntag & Ewigkeitssonntag

Gibt es einen Unterschied zwischen Totensonntag & Ewigkeitssonntag?

In allen evangelischen Landeskirchen ist der Totensonntag ein anerkannter Gedenktag im Kirchenjahr. In manchen Kirchen heißt dieser Gedenktag für die Toten Sonntag vom jüngsten Tage, Ewigkeitssonntag oder Totenfest. Die Bezeichnung Ewigkeitssonntag bekam der Totensonntag in den 1950er-Jahren. Der Name sollte noch besser verdeutlichen, dass die evangelischen Christen an die unsterbliche Seele, die Auferstehung und das ewige Leben glauben – Grundsätze, denen man am Totensonntag besonders intensiv gedenkt. Wer den Ewigkeitssonntag feiert, der muss nicht in Trauer verharren, sondern kann auch hoffen – auf die Ewigkeit und auf ein Wiedersehen mit geliebten Verstorbenen nach dem Tod. Einen offiziellen Unterschied zwischen dem Totensonntag und dem Ewigkeitssonntag gibt es also nicht. Es bleibt Ihnen überlassen, wie Sie diesen wichtigen Gedenktag für sich bezeichnen und in welchem Geist Sie ihn begehen wollen.

 

 

Totensonntag in der Kirche

Gibt es den Totensonntag in der evangelischen & in der katholischen Kirche?

Der Totensonntag ist ein wichtiger Tag im Kirchenjahr – und zwar prinzipiell in beiden Kirchen, der evangelischen und der katholischen. Während die evangelischen Christen den Totensonntag seit etwa 200 Jahren als festen Tag im Kirchenjahr begehen, hat die römisch-katholische Kirche für das Gedenken an die Verstorbenen einen anderen Tag im Kalender festgelegt: Allerseelen wird von den Katholiken am 2. November gefeiert und ist in katholisch geprägten Bundesländern ein Feiertag. Trotzdem ist der Totensonntag als letzter Sonntag im November auch in der römisch-katholischen Kirche von Bedeutung und wird als Gedenktag begangen. Selbst Nicht-Christen begehen den Totensonntag oder Ewigkeitssonntag gern, um sich an verstorbene Familienangehörige und Freunde zu erinnern. Der Totensonntag ist wie der Volkstrauertag in der gesamten Bevölkerung bekannt und akzeptiert. Daher erkennen alle deutschen Bundesländer den Totensonntag als stillen Feiertag an, egal welche Religion dort vorherrschend ist.

 

 

Totensonntag in der evangelischen Kirche

Am Totensonntag wird in der evangelischen Kirche an die Erwartung des Jüngsten Gerichts erinnert. Während man der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedenkt und ihre Namen laut im Gottesdienst verliest, wird im Sonntagsevangelium oft Matthäus 25 gelesen, das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen mit dem mahnenden Ende: „Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.“ Die Bibel verheißt den evangelischen Gläubigen im Leben nach dem Tod einen neuen Himmel und eine neue Erde, ein seliges Leben gemeinsam mit Gott. Die Verstorbenen sind bereits in dieses Paradies eingegangen, man darf daher voller Zuversicht und Freude in die eigene Zukunft blicken, in der man nach Leid und Tod ebenfalls diese neue Zeit erleben wird. Das gemeinsame Gedenken an die Toten am Ewigkeitssonntag, zu dem man sich im Gottesdienst und auf dem Friedhof versammelt, ist von stiller Einkehr, aber auch von Hoffnung geprägt. Die Grablichter, die auf den Gräbern entzündet werden, sind ebenfalls ein Zeichen für die Hoffnung, die das spätherbstliche Dunkel erhellt.

 

Totensonntag in der katholischen Kirche

Die römisch-katholische Kirche hat einen eigenen Gedenksonntag, an dem die Gläubigen an die Seelen der Verstorbenen denken. Dieser Feiertag ist Allerseelen, das am 2. November gefeiert wird – am Tag nach Allerheiligen. Am letzten Sonntag im November feiert man in den lutherischen und reformierten Kirchen Europas aber noch einmal einen besonderen Tag: Zum Christkönigsfest wird daran erinnert, dass Jesus Christus als König der Juden unter die Menschen kam, bevor er in den Himmel aufstieg. Was früher der „Tag des jüngsten Gerichts“ war, ist seit 1925 Anlass zur Ermahnung, dass nur Christus das wahre Königreich unter den Menschen zukommt. Zwar ist dieses Königreich der Gerechtigkeit und des Friedens nicht von dieser Welt, aber es beginnt hier. Die katholische Kirche wendet sich am Christkönigssonntag gegen Säkularismus, genauso aber gegen absolute Herrschaftsansprüche einzelner Menschen oder Gruppen.

Kerzen in der Kirche zum Totensonntag

Am Totensonntag können Sie in der Kirche eine Kerze für die Verstorbenen anzünden.

Totensonntag als Feiertag in Deutschland

Ist der Totensonntag in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?

Auch wenn der Totensonntag immer auf einen Sonntag fällt, der ja oft gleichbedeutend mit einem Feiertag wahrgenommen wird: Der Totensonntag ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag und war es auch noch nie. Trotzdem erkennen ihn die Feiertagsgesetze aller Bundesländer als besonderen Trauer- und Gedenktag an, an dem bestimmte Einschränkungen für das öffentliche Leben gelten, die über den regulären Sonntagsschutz hinausgehen. Dieser Tag soll allen Menschen die Gelegenheit geben, an ihre Toten zu denken und ihnen im Gottesdienst, auf dem Friedhof oder bei anderen Gelegenheiten Ehre zu erweisen. Deshalb schützt das Gesetz den Totensonntag und legt zum Beispiel für diesen Tag ein Tanzverbot fest; das heißt, in einer je nach Bundesland festgelegten Zeitspanne dürfen keine Musikveranstaltungen, Diskotheken, Märkte oder Sportveranstaltungen stattfinden. Der Totensonntag gilt damit als einer der stillen Tage bzw. stillen Feiertage in Deutschland.

 

Totensonntag als Stiller Feiertag

Dass der Totensonntag auch als stiller Feiertag bezeichnet wird, sorgt häufig für Verwirrung. Mit diesem Wort bezeichnen einige Bundesländer gleichzeitig offizielle Feiertage wie den Karfreitag oder Pfingstsonntag; in anderen Bundesländern gelten auch kirchliche Hochfeste, die nicht gesetzlich arbeitsfrei sind, als stille Feiertage – etwa der Buß- und Bettag (der nur in Sachsen ein Feiertag ist), der Aschermittwoch oder Heiligabend. Auch der nicht kirchliche Volkstrauertag ist ein sogenannter stiller Feiertag. An manchen stillen Tagen ist nur die Zeit besonders geschützt, in der die Gläubigen beim Gottesdienst sind, andere stille Feiertage sind während einer bestimmten Tageszeit oder ganztägig geschützt. An stillen Feiertagen sind Musik- und Tanzaufführungen, mitunter auch alle öffentlichen Feiern untersagt oder dürfen ihre Musik nur leise abspielen. Das kann auch Geburtstags- oder andere Feiern betreffen, die außerhalb der eigenen Wohnung begangen werden sollen. Auch Filmproduktionen ruhen an stillen Tagen, dies legt die offizielle Erklärung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) fest.

Grablaternen zu Totensonntag

Der Totensonntag soll dazu genutzt werden, auf dem Friedhof den Verstorbenen zu gedenken.

Tanzverbot am Totensonntag – ja oder nein?

Der Totensonntag ist in allen Bundesländern als stiller Feiertag besonders gesetzlich geschützt. An diesem Tag sollen die Menschen Gelegenheit haben, in Ruhe zu trauern und ihrer Toten zu gedenken. Genau wie am Volkstrauertag oder am Buß- und Bettag soll daher an diesem Tag keine laute, fröhliche Musik gespielt werden. Oft wird nur bestimmt, dass Kneipen, Bars und Diskotheken ihre Musik leiser abspielen sollen; Tanzen ist dann automatisch nicht mehr sehr attraktiv. Auch Sportveranstaltungen und private Feiern in Gaststätten fallen übrigens unter das Tanzverbot. Ein striktes ganztägiges Tanzverbot am Totensonntag herrscht nur noch in wenigen Bundesländern, Einschränkungen macht jedoch jedes Bundesland. Gastwirte und Diskotheken, die dagegen verstoßen, müssen mit Bußgeldern rechnen.

 

Weihnachtsmärkte am Totensonntag

Finden am Totensonntag Weihnachtsmärkte statt?

Der Totensonntag im November ist in allen deutschen Bundesländern ein stiller Feiertag, an dem zu festgelegten Zeiten weder Musik- noch Tanzveranstaltungen erlaubt sind. Auch Sportveranstaltungen und Märkte sind damit ausgeschlossen. Fallen Weihnachtsmärkte mit ihrem festtäglich-fröhlichen Programm ebenfalls unter dieses Tanzverbot? Das hängt davon ab, wie lange genau das Tanzverbot am Totensonntag im jeweiligen Bundesland gilt. Endet es wie in Bremen und Hamburg bereits um 17 Uhr, können Weihnachtsmärkte danach mit ihrem normalen Programm öffnen. In Bayern, Brandenburg oder Sachsen, wo am Totensonntag Tanzverbot bis 24 Uhr gilt, kann dagegen noch kein Weihnachtsmarkt öffnen. Der Montag nach dem Totensonntag ist daher in vielen Bundesländern der traditionelle Eröffnungstag der Adventsmärkte, auch wenn dann noch November ist. Selbst wenn am oder vor dem Totensonntag Weihnachtsmärkte nicht gesetzlich untersagt sind – die meisten Menschen finden es pietätlos und unangemessen, an diesem Tag der Trauer und des Gedenkens einen Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Totensonntag und Weihnachtsmarkt

Die meisten Weihnachtsmärkte beginnen erst nach dem Totensonntag.

Bräuche am Totensonntag

Welche Bräuche werden am Totensonntag zelebriert?

Nicht nur evangelische und katholische Christen erinnern sich am Totensonntag an geliebte Angehörige und Freunde, die gestorben sind. Viele Menschen besuchen an diesem Tag einen Friedhof und zünden dort auf den Gräbern Kerzen an. Diese in roten Windschutz-Behältern flackernden Ewigkeitslichter sind ein typisches Bild im Spätherbst. Am Totensonntag werden im evangelischen Gottesdienst die Namen aller Gemeindemitglieder vorgelesen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Für jeden Gestorbenen wird dabei eine Kerze angezündet, während gleichzeitig die Kirchenglocken läuten. Dies soll die Gebete der Gläubigen für ihre Toten in den Himmel senden, wo sie Gott erhören wird. Das gemeinsame Gedenken beim Gottesdienst und danach auf dem Friedhof ist für viele evangelische Gläubige, aber auch für Nicht-Christen ein wichtiger Brauch, um sich Trost in der Trauer zu geben und die Erinnerung an geliebte verstorbene Menschen lebendig zu erhalten. Als Ausdruck der Erinnerung und des Gedenkens werden auf den Gräbern feierlich gestaltete Trauerblumen und Gestecke niedergelegt. Oft steckt dahinter auch der praktische Gedanke, das Grab mit frischem Schmuck für den Winter herzurichten.

 

Typische Symbole des Totensonntags

Welche Symbole sind typisch für den Totensonntag?

Der Totensonntag ist heute in der Öffentlichkeit nicht mit speziellen Symbolen oder Zeichen verbunden. Im Kirchenkalender wird der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag mit der Farbe Grün symbolisiert. Diese Farbe steht für das Wachsen und Reifen – der Natur, aber auch des Menschen, der im Glauben wächst und reift und Gott dabei näher kommt. Außerdem ist Grün bekanntlich die Farbe der Hoffnung, was für einen Gedenktag an das ewige Leben sehr passend ist. Oft ist der Altar in der Kirche an den jeweiligen Fest- und Gedenktagen im Kirchenjahr in der entsprechenden Farbe geschmückt. Hin und wieder findet man im Kirchenkalender ein besonderes Symbol für den Totensonntag: ein Kreuz, in dessen oberen beiden Bereichen eine aufgehende Sonne strahlt. Während das Kreuz symbolisch für das Leiden Christi steht, verdeutlichen die Sonnenstrahlen das Reich Gottes und die Hoffnung der Menschen darauf. Als herbstliche Grabgestaltung wird das Grab zum Totensonntag gerne mit Friedhofspflanzen in Grün – wie beispielsweise grünem Heidekraut – oder Grabdekoration, wie zum Beispiel Grabfiguren, verschönert.

 

 

Sprüche für den Totensonntag

Welche Sprüche eignen sich für den Totensonntag?

Auf Grablichter und Schleifen der Trauergestecke werden oft kurze Sprüche gedruckt, die zum Anlass des Totensonntags passen und sich in liebevoller Erinnerung an die Verstorbenen richten. Hier finden Sie einige Totensonntag-Sprüche für Ihren Grabschmuck:

 

  • Spuren im Sand verwehen, Spuren im Herzen bleiben.

 

  • Das Leben ist vergänglich, die Liebe bleibt.

 

  • Von der Erde gegangen, im Herzen geblieben.

 

  • Alles hat seine Zeit, sich begegnen und verstehen, sich halten und lieben, sich loslassen und erinnern. – Robert Louis Stevenson

 

  • Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. – Bertolt Brecht

 

  • Nie erfahren wir unser Leben stärker, Als in großer Liebe und tiefer Trauer. – Rainer Maria Rilke

 

  • Wir müssen nicht klagen, dass alles vergänglich sei. Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt, weckt in uns ein Unvergänglichstes. – Christian Friedrich Hebbel

 

  • Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. – Offenbarung 21, Lutherbibel 2017

 

Totensonntag auf dem Friedhof

Wie macht sich der Totensonntag auf dem Friedhof bemerkbar?

 

Friedhöfe werden nur zu wenigen Anlässen von vielen Menschen gleichzeitig aufgesucht; einer der gebräuchlichsten Anlässe ist heute Totensonntag. An diesem stillen Gedenktag gehen traditionell viele Menschen zum Grab ihrer verstorbenen Angehörigen und stellen Kerzen auf die Gräber der Verstorbenen. Diese sogenannten Tagebrenner in roten Windschutz-Hüllen mit goldfarbenem Deckel können klassische Grabkerzen aus Wachs, aber auch Öllichter oder lange haltbare LED-Lichter sein. Allen gemeinsam ist, dass sie mehrere Tage lang brennen und das Gedenken der Hinterbliebenen sichtbar machen. Ein weiteres Symbol für den Totensonntag sind Trauergestecke, die auf dem Grab niedergelegt werden. Der Ewigkeitssonntag Ende November, nach dem Laubfall und kurz vor den ersten Schneefällen, ist gleichzeitig ein Anlass, um das Grab für den Winter herzurichten. Man deckt sie mit Tannengrün ab und legt winterharten Grabschmuck darauf. Blumenhandlungen und Gärtnereien bieten in den Tagen vor dem Totensonntag daher verstärkt Kränze, Blumen und Gestecke an.

 

 

Zusammenfassung

Was sollte man über den Totensonntag wissen?

Der Totensonntag ist im Kirchenjahr der evangelischen Kirche ein Gedenktag an die Verstorbenen. Er fällt immer auf den Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und liegt daher zwischen dem 20. und 26. November. Staatlich eingeführt wurde der Totensonntag erst 1816 in Preußen, zum Gedenken an die Gefallenen der napoleonischen Befreiungskriege. Der Totensonntag ist kein Feiertag, er steht aber als stiller Tag unter besonderem gesetzlichem Schutz. Deshalb herrscht in allen Bundesländern heute am Totensonntag Tanzverbot, Weihnachtsmärkte öffnen in der Regel erst nach dem Totensonntag. Am Totensonntag denken die Gläubigen im Gottesdienst an die Verstorbenen des vergangenen Jahres, verlesen ihre Namen und schließen sie in ihre Gebete und Fürbitten ein. Auf dem Friedhof zünden die Hinterbliebenen Grabkerzen und Ewigkeitslichter auf den Gräbern an und machen die Grabstellen mit besonderen Trauergestecken winterfest. Im evangelischen Kirchenjahr heißt der Totensonntag heute auch Ewigkeitssonntag. Das Pendant zum evangelischen Totensonntag ist der katholische Allerseelen-Tag am 2. November. Der Totensonntag Ende November ist in der katholischen Kirche das Christkönigsfest. Auch Nicht-Christen gedenken am Totensonntag ihrer Verstorbenen und nutzen den Tag für die Grabpflege. Ein weiterer stiller Feiertag zum Gedenken an die Kriegstoten ist der Volkstrauertag, der ebenfalls im November liegt.

Über den Autor

Dierk
Über den Autor: Dierk

Steinbildhauer mit Leib & Seele! Seit Generationen leben wir diese Tradition zusammen mit unseren Bildhauern und erschaffen einzigartige Grabstätten aus Naturstein. Mit unserem großen europaweiten Steinmetz-Netzwerk können wir unsere Grabdenkmale zum Festpreis in Deutschland, Österreich & der Schweiz anbieten

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