Vampire, Elfen und Magier – die menschlichen Mythen ranken sich um das Thema Unsterblichkeit. 1999 entdeckte der Forscher Ferdinand Boero ein Wesen, das wirklich ewig lebt.
Die Quallenart "Turritopsos Nutricula" ist fünf Millimeter groß, sie lebt im Mittelmeer und sie ist unsterblich. Wenn ihre Zellen alt werden, sinkt die Qualle auf den Meeresboden und befestigt sich am Untergrund. Dann passiert etwas, was die Forscher zu Anfang kaum glauben konnten: Die Zellen von Turritopsos Nutricula verjüngten sich. Ihr Entdecker und Namensgeber, der italienische Zoologe Ferdinand Boero erklärte gegenüber dem Deutschlandfunk das sensationelle Überdauer-Prinzip der Qualle: "Die Zellen der Qualle dedifferenzieren sich, sie verlieren also den differenzierten Status von Nerven und anderen Zellen und kehren in einen Zustand zurück, der - einfach gesagt - der sehr frühen Kindheit der Qualle entspricht". Ganz so als würde aus einem Schmetterling wieder eine Larve und aus der wiederum ein Schmetterling und so weiter.
Die Jungbrunnen-DNA der Turritopsos-Nutricula
Das Geheimnis der Qualle basiert auf ihrem besonderen DNA-Code. Die Zellen eines Lebewesens enthalten im Embryonalzustand, der sogenannten Totipotenz, alle Informationen zur Konstruktion des gesamten Organismus. Sobald die einzelne Zelle entwickelt, verliert sie normalerweise diese Informationen. Bis 1999 gingen Biologen fest davon aus, dass der Differenzierungsprozess nicht umkehrbar ist. Turritopsos Nutricula hat das Gegenteil bewiesen.
Was halten sie von der Vorstellung ewig zu leben? Wird eines Tages das Verjüngen in irgendeiner Form auch für den Menschen möglich sein? Diskutieren Sie mit uns im Forum.