Kondolenz: Wie finde ich die richtigen Worte für den Brief?

Angemessen schriftlich kondolieren, ohne zu faseln oder zu heucheln. Wenige Regeln genügen für ein Kondolenzschreiben.

Kondolenz: Wie finde ich die richtigen Worte für den Brief?

Einem Mitmenschen sein Beileid auszudrücken gehört zu den schwierigen Aufgaben, die man im Leben zu bewältigen hat. Je nachdem, wie nahe Sie selber dem Verstorbenen gestanden haben und wie gut Sie den zu Bemitleidenden kennen, sollte Ihre Kondolenz ausfallen.

Die Situation ist peinlich genug: Da ist ein lieber Mensch gestorben, und Sie haben das Bedürfnis, den Angehörigen Ihr Mitgefühl auszudrücken. Was nun sagen, wie jetzt schreiben? Sie können diese Aufgabe schnell und oberflächlich erledigen, indem Sie eine vorgedruckte Trauerkarte kaufen, lediglich unterschreiben und abschicken. Sie können sich aber auch die Mühe machen, mit ein paar persönlichen Worten ein „Mehr“ zu schaffen, das ankommt und dem Hinterbliebenen „hilft“. Beachten Sie lediglich ein paar Regeln.

Kondolenz: Stellen Sie sich in die Schuhe des Empfängers!

Was auch immer Sie schreiben wollen: Machen Sie sich klar, dass Worte nicht über den Verlust eines geliebten Menschen hinweghelfen können. Ihr Brief ist eine Geste, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Sie wollen einem anderen Menschen in dessen schwerster Stunde beistehen. Und dieses Wort sagt es schon: Sie stehen dabei – nicht mittendrin. Sie wollen zeigen, dass Sie da sind, dass man auf Sie zurückgreifen kann. Sie denken mit. Und Sie fühlen mit. Dazu brauchen Sie Worte, jedoch nicht viele.

Kondolenz: Korrekt und anständig

Wenn Sie zum Verstorbenen in eher geschäftlicher oder kollegialer Beziehung gestanden haben, wenn es sich um Hausnachbarn handelt, um Verwandte und Freunde Ihrer Freunde, die Sie zu irgendeinem Anlass einmal kennengelernt haben, dann reicht tatsächlich eine vorgedruckte Karte mit Ihrer Unterschrift. Damit kommen Sie Ihrer Kondolenz-Pflicht sachlich und korrekt nach.

Kondolenz: Machen Sie’s kurz!

Möchten Sie jedoch, weil Sie den Verstorbenen näher kannten, ein paar persönliche Worte dazusetzen, dann belassen Sie es bei ein „paar Worten“. Die Angehörigen haben in den ersten Tagen alles andere im Kopf als sich mit Ihrem Brief zu beschäftigen. Daher sollten Sie die Zeit des Briefempfängers nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Später jedoch, wenn die Hinterbliebenen mitten in ihren Trauerprozessen stecken, holen sie Ihren Brief wieder hervor. Dann schlägt Ihre Stunde, nicht früher.

Kondolenz: Vermeiden Sie Floskeln!

Nichts ist leichter, als sich auf althergebrachte, abgenutzte Formeln zu verlassen. Zugegeben: es kann ein Weg sein, sich seiner Kondolenz-Pflicht zu entledigen, und es kann auch ein bequemer Weg sein: Allerdings für Sie, nicht gerade für den Empfänger. Wenn dieser zum wiederholten Mal von „herzlichem Beileid“ lesen muss, klingt es für ihn alles andere als herzlich.

Kondolenz: Schreiben Sie, was Sie denken!

Seien Sie dagegen konkret. Bleiben Sie bei sich. Überlegen Sie, ob Sie folgende Fragen beantworten möchten: Wie haben Sie die Nachricht erfahren? Wer hat es Ihnen erzählt? Wo waren Sie gerade, als Sie davon hörten? Berichten Sie zur Einleitung darüber in einem Satz.
Wann haben Sie den Verstorbenen zuletzt gesehen? Was hat er gesagt? Wie wirkte er auf Sie? Erzählen Sie davon in einem Satz, wenn nötig in zweien.

Kondolenz: Sie helfen mit Ihrer Persönlichkeit!

Trauernde interessiert – je nach Ausprägung und Tiefe ihrer Trauer – in der Folgezeit kaum etwas mehr, als sich unausgesetzt mit dem Verstorbenen zu beschäftigen. Sie wollen alles wissen, auch das kleinste Detail. Diese Kleinigkeiten sind es, die jene Kraft geben, nach der Trauernde suchen. Haben Sie diese Kraft zu geben, indem Sie etwas Persönliches vom Verstorbenen erzählen können, dann geben Sie diese.

Kondolenz: Sie wissen gar nichts!

Jeder Mensch trauert anders. Wissen sollten Sie aber, dass einige Trauernde durchaus unhöflich, ja undiplomatisch und sogar wütend reagieren können. Diese Verhaltensweisen können zu einem Trauerprozess völlig normal dazugehören. Vermeiden Sie daher vorsichtshalber Spekulationen darüber, wie es einem Hinterbliebenen „jetzt geht“. Wenn Sie nicht unmittelbar auf eine vergleichbare Verlusterfahrung zurückgreifen können, wissen Sie im Zweifel gar nichts. Daher schweigen Sie lieber.

Kondolenz: Bieten Sie Ihre Hilfe an

Schließen Sie Ihr Schreiben vielmehr mit einem konkreten Hilfsangebot ab. Sie könnten beispielsweise vorschlagen, einen Behördengang für den Hinterbliebenen zu erledigen oder Ihre Begleitung beim Gang zum Bestatter anbieten. Auch hier gilt: Die Geste zählt. Seien Sie für den Hinterbliebenen ansprechbar. Mehr können Sie nicht tun, mehr können Sie nicht erreichen mit Ihrem Brief.

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