Der Tod uns vertrauter Menschen zwingt uns im Laufe unseres Lebens immer wieder zum Abschied nehmen. Doch wie geht man mit so einem schmerzhaften Prozess um, gerade dann wenn man glaubt, keine Hoffnung mehr zu verspüren? Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn von Trauer, dem Geheimnis des Lebens und der Suche nach innerem Frieden während des Trauerprozesses ein Stück weit nähern.
„Ich habe ihn doch so sehr geliebt und nun ist er plötzlich von mir gegangen. Viel zu früh.“ So oder ähnlich könnte der Satz einer frisch trauernden Person klingen. Die "heile Welt“ ist plötzlich zusammengebrochen, jeder Halt geht verloren und tiefe Hilflosigkeit, die bis zu einer inneren Ohnmacht und Beteiligungslosigkeit führen kann macht sich in manch schwerem Trauerfall breit.
Wie soll man sich in so einem Fall verhalten? Als selbst Betroffener, Freund oder naher Bekannter einer trauernden Person? Wir wollen versuchen, mit einigen sinnstiftenden Ansätzen, Hilfestellung zu bieten:
1. Loslassen und Bewahren! Es klingt so einfach und ist doch die wohl schwierigste und vielleicht deswegen gerade so wichtige Aufgabe im Trauerprozess. An der Schnittstelle zwischen Bewahren und Loslassen kann am Ende Akzeptanz und innerer Frieden stehen.
Der Trauernde ist dazu aufgerufen alte Erinnerungen gebührend zu durchleben und loszulassen, damit er nicht in der Vergangenheit hängen bleibt und nach einer bestimmten Trauerzeit wieder offen wird für Neues.
2. Akzeptieren was ist! Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie diese Zeit, die wir mit diesem Menschen verbringen durften. An dieser Stelle ist die Einsicht wichtig, dass es nach dem Tod eines geliebten Menschen weitergehen kann. Wenn man versucht von der negativen Position der Anklage, die oftmals von Trauernden in ihrer Hoffnungslosigkeit gewählt wird, in die Position der Akzeptanz und Dankbarkeit zu gelangen, wirkt sich dies heilend auf den Trauerprozess aus.
Schmerz und Trauer sind menschlich und dürfen im Trauerprozess durchlebt werden. Wichtig ist jedoch nicht in den Gefühlen von Trauer und Hilflosigkeit stecken zu bleiben sondern am Ende in die Position der Akzeptanz und des Loslassens zu gelangen. Stellen Sie sich ruhig vor, wie es gewesen wäre, wenn Sie diesen Menschen nie kennengelernt hätten. Seien Sie dankbar, einen solchen Menschen einen Teil ihres Weges an Ihrer Seite gehabt haben zu dürfen und halten Sie die verstorbene Person in Würde und Liebe in Ihrer Erinnerung und in Ihrem Herzen. Vergessen Sie nicht, die gemeinsame Zeit mit diesem Menschen ist eine einzigartige Verbindung, die Sie gemeinsam teilen durften und niemand kann Ihnen diese schöne Erfahrung jemals nehmen.
3. Das Leben geht weiter! Haben wir die Einsicht erlangt, dass man alles irgendwann einmal loslassen muss, weil jeder Mensch sterblich ist aber etwas darüber Hinausgehendes stets erhalten bleibt, haben wir die Chance uns befreit und dankbar wieder dem Leben zuzuwenden. Viele fühlen sich als ob der Tod eines geliebten Menschen Ihrem eigenen Tod gleich kommt. Doch es ist wichtig zu begreifen, dass Sie noch ein weiterführendes kostbares Leben vor sich haben, was gelebt werden will.
4. Einen Neuanfang wagen! Haben Sie sich erst mal innerlich dazu entschlossen einen Neuanfang zu wagen, werden Sie bald feststellen das neue gewinnbringende Menschen und Erfahrungen in Ihr Leben treten werden. Denn die goldene Regel lautet: Wo etwas zu Ende geht, kann etwas Neues beginnen! Vertrauen Sie darauf, dass dies auch in Ihrem Fall so sein wird auch wenn das Neue nicht sofort für Sie sichtbar wird, manchmal dauert es eine Weile aber es kommt bestimmt.
5. Bilanz ziehen! Nutzen Sie diese Zwischenphase zwischen Ende und Anfang um für sich selbst und Ihr Leben Bilanz zu ziehen und machen Sie sich klar, was Ihre wirklichen Wünsche und Anliegen für Ihre Zukunft sind. Gibt es irgendwelche unerfüllten Wünsche oder Träume in Ihrem Leben, die sie vielleicht in den letzten Jahren vernachlässigt haben? Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen sich voll und ganz Ihren Herzenswünschen zu widmen und den Umbruch in einen Aufbruch umzukehren.
Oftmals verbirgt sich in solchen Lebensphasen ein großes Geschenk, welches einen insgeheim auf wichtige Dinge im eigenen Leben aufmerksam machen will. Leider übersehen viele Menschen die Chancen, die in solchen Veränderungen liegen können. Deswegen sollten Sie sich unbedingt klar machen, dass jeder Zustand stets auch eine positive Kehrseite hat. Was sie daraus machen liegt ganz in Ihrer Entscheidung, aber wenn Sie positiv bleiben wird sich das segenreich auf Ihren neuen Lebensweg auswirken.
6. Jeder Mensch trauert anders! Achten Sie deswegen in dieser Phase sehr auf Ihre individuellen Bedürfnisse und holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie glauben alleine nicht weiterzukommen. Es gibt überall Hilfe. Ob bei guten Freunden, einem Seelsorger in Ihrer örtlichen Umgebung oder einem einfühlsamen Therapeuten. Glauben Sie nicht, dass Sie alleine gelassen sind, denn das ist ein großer Irrtum!
7. Fassen Sie neue Zuversicht! Egal was Ihnen hilft, glauben Sie! Glauben Sie an etwas mit dem Sie sich gut fühlen und das Ihnen Mut und Zuversicht schenkt. Ob an Gott, den Buddhismus, Engel, die Liebe oder sich selbst, ganz gleich woran Sie glauben, vergessen Sie niemals, dass alles woran Sie glauben Ihre Realität ist! Sie werden sich selbst wundern, wie sehr ein positiver Glaube Ihnen Kraft geben kann und zu Ihrer Gesundung beitragen wird.
Wenn Sie all diese Dinge beherzigen, werden Sie bald erfahren, dass sich neue positive Veränderungen in Ihrem Leben einstellen werden. Ob es neue Menschen sind, die in Ihr Leben treten oder ob Sie beruflich und privat neue Aufgaben für sich entdecken. Vergessen Sie nicht, jeder Mensch ist einzigartig, Zeit kann niemals festgehalten werden aber man kann Sie im Moment teilen.
Jedem Trauernden steht offen ob er zu dieser Einsicht am Ende seiner Trauerphase angelangt. Der Weg dorthin mag sehr individuell sein aber das Ziel ist für jeden Menschen das Gleiche. Nutzen Sie Ihren Verstand und Ihr Herz und Sie werden am Ende zu einer neuen und positiveren Lebenseinstellung zurückgelangen!
Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht? Haben Sie vielleicht selbst einmal einen nahen Menschen verloren oder haben Sie einen Ihnen nahen Menschen durch diese Zeit begleitet? Welche Phasen haben Sie als besonders schwierig erlebt und was hat Ihnen im Umgang mit Ihrer Trauer weitergeholfen? Sprechen Sie in unserem Forum über Ihre Erfahrungen und tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen über das Thema Trauerarbeit und Loslassen aus.
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