Die Hauptfigur in der japanischen Produktion „Nokan - Die Kunst des Ausklangs“ von Yojiro Takita ist der arbeitslose Cellist Daigo, der während des Films die Kunst erlernt, nach altem Ritual die Toten vor den Augen der Angehörigen für ihre letzte Reise herzurichten und ihnen so die Möglichkeit gibt, sich positiv zu erinnern.
Der junge Cellist Daigo verliert seinen Posten beim Tokioter Symphonie-Orchester, als sich der Geldgeber zurück zieht. Da er die Abzahlungen seines teuren Musikinstruments nun nicht mehr bezahlen kann, gibt er es zurück und kehrt mit seiner Frau in seine Heimat an die ländliche Nordspitze Japans zurück. Während seiner Suche nach Arbeit stößt Daigo auf die Stellenanzeige eines auf „Reisen“ spezialisierten Unternehmens. Er bewirbt sich dort und wird schließlich zu guten finanziellen Bedingungen eingestellt. Doch bereits nach den ersten fünf Minuten bei seinem neuen Arbeitgeber erfährt er die wahre Natur des Geschäfts: Er soll Leichen Verstorbener auf ihre letzte „Reise“, sprich, die Beerdigung vorbereiten. Denn die würdevolle Verabschiedung der Toten wird auch in Japan, dem Land der Traditionen, nicht mehr mit der gebotenen Demut, mit alten Ritualen zelebriert. In seinem eher ungewöhnlichen Beruf findet der Hauptdarsteller Diago schlussendlich seine wahre Bestimmung im Leben.
Fazit:
Am Anfang des Filmes wirkt der Handlungsablauf etwas befremdlich. Der Umgang mit dem schwierigen Thema Tod ist unserer Meinung nach in der „westlichen“ Welt noch ein allgewaltiges Tabuthema. In Japan scheint dies etwas anders, da will man sich traditionell von den Angehörigen gebührend verabschieden, ihnen im buchstäblichen Sinne die letzte Ehre erweisen. Und da erscheint es natürlich wichtig, den richtigen "Reiseleiter" zu engagieren – und dies vermittelt der Drehbuchautor Kundo Kuyama mit seinem würdevollen, mittels heiterer Momente aufgebrochenen Filmdrehbuch äußerst gut. Seine förmliche Dramaturgie lenkt ab davon, dass „Nokan - Die Kunst des Ausklangs“ im Kern ein fabelhaft ehrlicher Gedankengang über Vergänglichkeit und Vergangenheit ist. Man hat jemanden verloren, aber nicht vergessen. Der Film zeigt auffallend gut, wie im Angesicht des Todes alle Masken der betroffenen Personen fallen: Die kultivierte Fassade bekommt Risse, die gesellschaftlichen Normen und Einschränkungen scheinen für einen kurzen Moment nicht zu gelten. Und nicht zuletzt müssen die Trauernden den ewigen Kreis akzeptieren und die Erinnerung schätzen lernen. Dem Film gelingt es, aus dem Tabuthema Tod eine mit herzlicher Heiterkeit gespickte Lektion über das Leben zu machen. Speziell die ergreifend würdevollen Szenen der Nokan-Zeremonie lassen dem Publikum die Möglichkeit, den Film und seine Charaktere in ihr Herz einzuschließen.









