Am gestrigen Sonntag fand die Trauerfeier des am Dienstag verstorbenen Nationaltorwarts Robert Enke in der AWD-Arena in Hannover statt. 35.000 Menschen waren ins Stadion gekommen um von ihrem Idol, Freund und Teamkameraden Abschied zu nehmen.
Im Mittelkreis der Hannover 96 Arena wurde der schlichte Holzsarg, mit weißen Rosen bedeckt, von Torwart Robert Enke aufgebahrt. Viele der Fans waren in schwarz gekleidet und trugen Schals und Trikots der Mannschaft. DFB-Kapitän Michael Ballack und Per Mertesacker, die beide eng mit Robert Enke befreundet waren, legten zu Beginn der Trauerfeier einen Kranz nieder. Die restliche Nationalmannschaft verneigte sich am Holzsarg.
Als die Witwe Teresa Enke das Spielfeld betrat, begleitet von einer Freundin, erhoben sich die Menschen im Stadion und begannen zu applaudieren.
Zu den Gästen der Feier zählten außerdem Bundestrainer Joachim Löw, sein Vorgänger Jürgen Klinsmann, DFB-Manager Oliver Bierhoff, DFB-Präsident Theo Zwanziger, die Mannschaft und Trainer von Hannover 96, Rudi Völler, Franz Beckenbauer, die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes und die Torhüter Lehmann, Hildebrand, Butt, Wiese, Adler und Neuer. Aber auch viele prominente Politiker gedachten an dieser Trauerfeier Enke wie Innenminister Thomas de Maizière, Altkanzler Gerhard Schröder, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff.
„Wir trauern um einen großartigen Menschen und einen überragenden Sportler“ und „dass ein begnadeter Ausnahmetorwart, der immer wieder seine Mannschaft vor Niederlagen bewahrt hat, sich dem Leben geschlagen gibt, erschüttert uns alle“, so Wulff in seiner Rede.
Hannovers Präsident Martin Kind traf mit seiner Aussage „Es ist die Ohnmacht, die uns alle so hilflos macht“ die Stimmung, die in der Arena herrschte.
DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte zu den Zuhörern „Denkt nicht nur an den Schein. Denkt auch an das, was in den Menschen ist, an Zweifel und Schwäche“ und rief in einem Appell auf zu „einem Stück mehr Menschlichkeit, zu mehr Zivilcourage, zu mehr Verständnis. Das wird Robert Enke gerecht.“
Vor dem Stadion waren Videoleinwände aufgebaut worden und fünf Fernsehsender haben die Trauerfeier gleichzeitig übertragen. Dieses mediale Aufgebot unterstrich noch einmal die überwältigende Anteilnahme am Tod von Robert Enke.
Der Vorplatz des Stadions war mit tausenden von Kerzen und roten Totenlichtern geschmückt worden und haben hier eine Trauermeile entstehen lassen. Die Lokalzeitungen erschienen Samstag mit insgesamt sieben Trauerseiten, die mit 228 Todesanzeigen gefüllt waren. Außerdem wurden 18 Kondolenzbücher in der Stadt ausgefüllt.
Nach der Rede des katholischen Pfarrers Heinrich Plogl wurde der Sarg von Robert Enke von seinen Vereinskollegen zu dem Song „The Rose“ von Bette Midler und dem Fußball-Kultlied „You’ll never walk alone“ aus dem Stadion getragen.
Robert Enke wurde nach der Trauerfeier auf dem Friedhof Empede bei Neustadt am Rübenberge beigesetzt, wo auch 2006 seine an einem Herzfehler verstorbene Tochter Lara Enke beerdigt ist. Der Beisetzung wohnten nur Familienangehörige, engste Freunde und Kollegen bei.
Nachdem das Länderspiel gegen Chile am Samstag abgesagt worden war, werden beim Spiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen alle Spieler Trauerflor tragen und Manuel Neuer im Tor wird nicht mit der Nummer 1, sondern mit der Nummer 12 auflaufen.









