Youtube auf dem Grabstein

Youtube auf dem Grabstein

Auch wenn es nur das Blatt eines Apfels ist, die Grabgestaltung von Carsten Glaser hat in den Augen vieler Menschen sicher etwas Sündiges an sich. Denn wenn man das hölzerne Blatt aufschließt und beiseite schiebt, erscheint ein solarbetriebener Bildschirm, der Fotos des verstorbenen Menschen zeigt.

Der digitale Grabstein

An der letzten Ruhestätte seiner Tante hat Glaser die Technik der niederländischen Firma "Dizerk" beispielhaft in Kombination mit eigenen Arbeiten genutzt. Ziel des neuen Grabgestaltungskonzepts ist es, die bleibende Erinnerung an den Verstorbenen möglichst individuell zu präsentieren. „Vidstone“ bietet ein ähnliches Produkt in den USA an. In der Welt von Youtube, myspace und Co. soll auch der Gedenkstein Informationen über den Verstorbenen bieten, die über die traditionellen Gravur-Texte hinausgehen.

Fakten zum digitalen Grabstein

Der kleine Grabsteincomputer aus den Niederlanden kann nach Wahl mit Batterien oder per Solaranlage betrieben werden. Die Firma empfiehlt den jedem Wetter ausgesetzten Bildschirm einmal im Jahr warten zu lassen, damit dieser sein maximales Alter von 20 Betriebsjahren erreicht. Die Kosten für dieses erst Anfang 2008 auf den Markt gekommenen Produkts sind mit mindestens 5000 Euro pro Grabstein fünfmal höher als bei einem vergleichbaren traditionellen Gedenkstein.

Frische Ideen für Grab und Co

Auch wenn die frischen Ideen der eigentlich konservativen Beerdigungsbranche nur für betuchte Kunden in Frage kommen und man über Sinn und Zweck von High Tech an einem Grab sicherlich diskutieren kann - das Grab mit dem Monitor ist Ausdruck einer Gesellschaft, die sich individuellere Beerdigungen und Grabstätten wünscht. Hierzu eine kleine Liste von Trends:

  1. Grabpflege individuell und ausgefallen: Demnächst startet eine Werbekampagne des Bunds deutscher Friedhofsgärtner (BdF), die unter dem Leitspruch „Es lebe der Friedhof“  bundesweit für eine lebendige Gestaltung der Grabstätte wirbt.
  2. Särge in neuen Formen: Ganz nach westafrikanischem Vorbild finden auch hierzulande immer mehr Menschen Gefallen an einer individuellen Sarggestaltung. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein Pilot beispielsweise kann sich Flugzeugflügel  an seine Totenkiste montieren lassen oder aber seinem eigentlichen Wunschberuf Astronaut durch eine Ariane-5-Rakete-Sargform Ausdruck verleihen.
  3. Ausgefallene Formen der Bestattung: Zum Beispiel aus der Asche eines geliebten Menschen einen echten Diamanten anfertigen zu lassen (mehr dazu finden Sie in unserem Artikel „Alternative Bestattung – Diamant und Weltraum“).
  4. Auf den Verstorbenen abgestimmte Beerdigungsfeiern: Viele Menschen fühlen sich unwohl auf der Beerdigung eines geliebten Menschen, da das traditionelle Prozedere oftmals unpersönlich wirkt.  Daher werden Bestatter und Kirchenbedienstete immer öfter darum gebeten, die traditionellen Muster aufzubrechen und beispielsweise statt Kirchenmusik bewegende Popsongs bei der Beerdigung zu spielen (mehr zu Musik am Grab finden Sie unserem Artikel „Popmusik zur Totenmesse“).

Was halten Sie von den neuen Ideen zum Thema Grab und Beerdigung? Teilen Sie uns gerne ihre Meinung im Forum mit.