Die Trauer der Angehörigen

Die Trauer der Angehörigen

228 Menschen starben am Montag beim Absturz der Air France Maschine AF 447. Seitdem diskutiert die Welt die Ursache des Unglücks. Was bleibt, ist vor allem die Ohnmacht der Angehörigen über den plötzlichen Verlust eines nahestehenden Menschen.

Montag 00:30 Uhr - Die A330-200 hebt in Rio um 19:30 Ortszeit ab. Nach Angaben der Air France befanden sich 228 Menschen aus 32 Ländern an Bord des Unglücksfluges AF 447, unter ihnen 72 Franzosen, 59 Brasilianer und 28 Deutsche, aber auch Chinesen, Briten und Amerikaner.

Was in den letzten Minuten an Bord der Maschine vor sich gegangen sein muss, bleibt Spekulation. Die Piloten des Air-France-Airbusses haben offenbar minutenlang gegen den drohenden Absturz der Maschine gekämpft. Das legen die letzten Funksignale von Flug AF 447 nahe, die derzeit von Luftfahrtexperten analysiert werden. Demnach fielen nacheinander lebenswichtige Bordsysteme aus, ehe der Jet vermutlich in der Luft auseinanderbrach.

Es ist die bislang schlimmste französische Luftfahrt-Katastrophe. Bereits am Montag morgen richtet Paris ein Krisenzentrum ein. Gegen Mittag dann die bestätigende, öffentliche Meldung der Air-France: "Die Maschine AF 447 gilt als verschollen."

Am Dienstagabend finden brasilianische Piloten endlich erste Anzeichen auf die Überreste der Maschine, 650 Kilometer nördlich der Inselgruppe Fernando Noronha. Am schlimmsten leiden die Angehörigen der Opfer. Obwohl schnell klar ist, dass kaum jemand das Unglück überlebt haben kann, klammern sich viele Angehörige an jeden kleinen Hoffnungsschimmer.

In der Pariser Kathedrale Notre-Dame gedenken die Angehörigen am vergangenen Mittwoch mit Regierungsvertretern bei einem Gottesdienst der Opfer. Während der Messe wird ein Beileidsschreiben von Papst Benedikt XVI. verlesen. Weil der Gottesdienst auf Einladung von Air France stattfindet, kommen auch viele Mitarbeiter der Fluggesellschaft in ihren Uniformen. Sie legen Blumen und Kränze nieder. "Für unsere vermissten Kollegen", steht auf den Schleifen. Vor der Kathedrale finden sich tausende Menschen ein, um dem Trauergottesdienst über Lautsprechern beizuwohnen. In Brasilien setzt eine dreitägige Staatstrauer ein.

Diese Anteilnahme macht deutlich: Hinter jedem Opfer dieses tragischen Unglücks steht ein schwerer Schicksalschlag von Eltern, Kindern, Partnern und Freunden. Zu ihrem Verlust kommt hinzu: Es gibt für sie keinen Ort der Trauer, keine Stelle, an der sich Abschied nehmen lässt.

Was meinen Sie zu diesem tragischen Flugzeugunglück ? Können Sie sich in die Situation der verbleibenden Angehörigen einfühlen? Haben Sie vielleicht einmal einen ähnlichen Verlust verkraften müssen? Kann man mit so einem schweren und plötzlichen Verlust ihrer Meinung nach leben?

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