Beisetzung und Bestattung

Haben Sie bei der Fülle der auf Sie zukommenden Fragen und Entscheidungen auch an alles gedacht?

Beisetzung und Bestattung

Die PuroVivo-Checkliste hilft Ihnen, in Ihrer seelischen Ausnahmesituation, in die Sie ein Todesfall gebracht hat, dennoch den Überblick zu behalten.

Als nächster Angehöriger sind Sie von Rechts wegen verpflichtet, die Beisetzung und Bestattung des Verstorbenen zu organisieren und für die daraus entstehenden Kosten aufzukommen.

Begriffserklärung: Beisetzung und Bestattung

Unter Beisetzung versteht man genau genommen die Übergabe des Leichnams an eines der Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft.
Dagegen versteht man unter Bestattung die Beerdigung sterblicher Überreste.

Bei einer klassischen „Beerdigung“ fallen also Beisetzung und Bestattung zusammen, während nach einer Beisetzung des Leichnams in einem Krematorium die Asche in der Urne extra „bestattet“ werden muss. Dies kann das Verbringen in Friedhofserde sein wie auch das Aufstellen der Urne in einem Kolumbarium. Unter Umgehung des Friedhofszwangs in Deutschland ist es für eine geplante Bestattung im Ausland auch möglich, die Urne ausgehändigt zu bekommen.

Die Trauerverfügung

Zunächst sollten Sie prüfen, ob eine Trauerverfügung oder ein letzter Wille vorhanden ist. Sie können sich an diese Verfügungen zu Trauerfeier und Beisetzung halten, sind rein rechtlich dazu jedoch nicht verpflichtet.

Das Gespräch mit dem Bestattungsunternehmer

Lassen Sie sich zu diesem wichtigen Gespräch mit dem Bestatter von einem Freund begleiten, damit dieser Ihre seelische Ausnahmesituation nicht ausnutzen und Ihnen etwas aufzwingen kann, was Sie unter Umständen bei vernünftiger Abwägung gar nicht gewollt haben können.

Es ist ratsam, Leistungen und Preise ganz genau zu vergleichen. Die Unterschiede sind zum Teil gewaltig. Denken Sie daran: Preisbewusstsein ist kein Ausdruck von Pietätlosigkeit. Eine genaue Leistungsaufstellung ist von Vorteil, akzeptieren Sie keinesfalls Pauschalpreise. Diese sind in aller Regel intransparent und enthalten versteckt Kostenblöcke, die möglicherweise verzichtbar sind.
Wählen Sie den Sarg und/oder die Urne sorgfältig und preisbewusst aus. Lassen Sie sich nicht einreden, die Höhe des Preises sei ein Ausdruck Ihrer Wertschätzung des Toten.

Versuchen Sie so viel wie möglich selber zu machen. Fragen Sie konkret, bei welchen Handlungen des Bestatters Sie helfen können, z.B. bei der Totenwaschung oder beim Ankleiden und Schminken des Toten. Diese Mithilfe unterstützt Sie bei Ihrer Trauerarbeit und kann Ihnen helfen, den Verlust besser zu verarbeiten.

Der Friedhof

Wählen Sie den Friedhof sorgfältig aus und achten Sie auf eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn Sie den Friedhof nicht zu Fuß von Ihrem Wohnort aus erreichen können. Der Gang zum Friedhof, also zu dem Ort, an dem die Trauer ihren Platz hat, kann ein sehr bewusster Gang sein, der Ihnen helfen wird, besser mit der Trauer fertig zu werden, denn den Friedhof können Sie wieder verlassen.
Vergleichen Sie auch die Preise für die Grabnutzung. Beide Grabarten – Wahlgrab oder Reihengrab – haben Vor- und Nachteile. Die Preise können je nach Friedhof sehr unterschiedlich sein.
Erfragen Sie weiterhin die Vorschriften für die Grabgestaltung. Ist z.B. das Aufstellen einer Sitzbank erlaubt?

Die Einladung zur Trauerfeier

Geben Sie eine Traueranzeige in der Zeitung auf und veröffentlichen Sie den Termin der Trauerfeier. So geben Sie möglichst vielen Menschen Gelegenheit, sich vom Verstorbenen zu verabschieden. Für Ihre Trauerarbeit kann es hilfreich sein, wenn Sie viele Freunde und Bekannten auf diesem schweren Weg begleiten. Wenn Ihnen eine Bestattung „in aller Stille“ lieber ist, bleiben Sie mit Ihrem Schmerz weitgehend allein.
Wenn Sie mit einer Traueranzeige nicht alle in Frage kommende Gäste erreichen, laden Sie diese persönlich per Brief ein, ggf. auch per Email.

Die Trauerfeier

Engagieren Sie einen Trauerredner, vergleichen Sie auch hier die Preise. Lassen Sie sich seine Referenzen zeigen. Bereiten Sie den Redner gut auf seine Aufgabe vor und erzählen Sie aus dem Leben des Verstorbenen.
Wenn Sie eine konfessionelle Bestattung wünschen, wenden Sie sich an den Geistlichen der Gemeinde des Verstorbenen, denn dieser ist grundsätzlich zuständig.
Kümmern Sie sich um die Dekoration der Trauerhalle. Fragen Sie Ihren Blumenhändler, ob er die Dekoration der Trauerhalle günstiger als das vom Bestatter empfohlene Unternehmen ausrichten kann.

Legen Sie ein Kondolenzbuch aus, in dem sich die Gäste eintragen können.

Laden Sie die Gäste nach der Bestattung in ein Restaurant Ihrer Wahl ein. Ihre Lieblingsgaststätte kann dafür besser geeignet sein als die Gastronomie, die sich oft um einen Friedhof herum angesiedelt findet, denn diese zeichnet sich durch Massenbetrieb und dem damit einhergehenden mangelhaften Service aus.
Reichen Sie – je nach der Tages- und Jahreszeit – eher leichte Kost; mehr als „Kaffee und Kuchen“ wird im Allgemeinen gar nicht erwartet. Dieses Zusammenkommen der Familie, der Freunde und Bekannten im Gedenken an den Verstorbenen, kann Ihnen Kraft geben, die anschließende Trauerzeit besser zu bewältigen.

Nach der Bestattung

Verschicken Sie Danksagungen an alle Gäste, die sich im Kondolenzbuch verewigt haben.
Sie können bei Bedarf professionelle Trauerbegleitung in Anspruch nehmen. Lösen Sie zu gegebener Zeit den Haushalt auf und behalten Sie nur wenige persönliche Gegenstände des Toten als Erinnerung. Verschenken Sie den Rest, verkaufen oder versteigern Sie, was gut erhalten ist, und werfen Sie, was danach übrig bleibt, einfach weg. Es ist kein Verrat am Toten und kein Ausdruck des Vergessens, sondern für Ihren seelischen Gesundungsprozess unerlässlich, den Toten wirklich „gehen“ zu lassen, um so in Ihr eigenes, neues Leben „mit“ dem Verstorbenen zu finden.

Das Grab

Überlegen Sie sich sehr reiflich, ob Sie eine breiten Modeströmung folgen und eine „anonyme Bestattung“ veranlassen wollen. Sie wird von Verstorbenen oft verfügt, weil sie glauben, ihren Angehörigen mit der Pflicht zur Grabpflege „zur Last“ zu fallen. Vielen Angehörigen hat der Respekt vor dem Wunsch des Verstorbenen eine viel größere „Last“ auferlegt, als mit einer Grabpflege verbunden gewesen wäre! Bedenken Sie, dass eine nachträgliche Umbettung der sterblichen Überreste in aller Regel nicht mehr möglich ist, und wenn, dann nur zu einem sehr hohen Preis. Erfragen Sie deshalb die Alternativen: z.B. „Halbanonym“ oder auf einem Rasenfeld mit einem kleinen Stein, der den Namen des Verstorbenen in Erinnerung hält. Das Grab soll Ihnen bei der Bewältigung Ihrer persönlichen Trauer helfen, niemand anderem sonst.
Vergleichen Sie die Preise der Steinmetze für das Grabmal und für die Einfassung des Grabmals. Fragen Sie, ob Sie bei der Gestaltung mitwirken können.
Versuchen Sie, wenn Ihnen das zeitlich, örtlich und körperlich möglich ist, die Grabpflege selber zu übernehmen. Sie ist ein wichtiger Baustein für Ihre individuelle Trauerarbeit.

PuroVivo-Tipp: Lassen Sie sich helfen und begleiten. Bitten Sie einen guten Freund oder andere Angehörige, denn Sie müssen nicht alles selber erledigen, wenn Sie Zeit für sich brauchen oder nicht in der Lage dazu sind, schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.

Hier können Sie unsere Checkliste zur Bestattungsvorsorge kostenlos herunterladen:

Dokumente(zum Öffnen klicken)
PuroVivo Checkliste - Bestattungsvorsorge.pdfPuroVivo Checkliste - Bestattungsvorsorge.pdf