Jeder Mensch trauert so anders, wie er selber ist. Rituale geben Halt und Stütze, wenn man sie braucht und wenn man ihre Kraft zu nutzen weiß.
Nachdem mit dem gemeinsamen Leichenschmaus die Brücke geschlagen wurde zwischen der Erinnerung an das, was war und dem Bewusstsein, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor, geht die Trauer in ihre längste, manchmal Jahre dauernde Phase.
Jeder Mensch trauert anders und hat einen Anspruch darauf, dass seine persönlichen Wege der Bewältigung des Schmerzes und des Abschiedes respektiert werden. Sein Weg ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt, seine Gefühle befinden sich in einem ständigen, verwirrenden Wechsel, der schwer zu ertragen und mitunter schwer auszuhalten ist. Insofern können die folgenden Ratschläge nur Angebote und behutsame Einladungen zum Nachdenken sein.
Doch prüfen Sie genau, ob diese Vorschläge für Sie geeignet sind und ob sie im ungünstigen Fall nicht das Gegenteil erreichen und den natürlichen Trauerprozess gar behindern! Trauer ist Abschied, und Abschied ist Trennung, beides ist schmerzhaft. Nur nach der Trennung können Sie weiterkommen – „mit“ dem Toten im Geist, doch ohne seine Person.
Die Erinnerung an den Toten kann so zu einer inneren Quelle der Kraft werden, die in der Zukunft ihren Platz hat und die nicht mehr nur Schmerz auslöst und Verzweiflung, als gäbe es keinen Ausweg mehr: wenn Sie sich von all den Dingen trennen können: der Locke, dem Abdruck, den persönlichen Gegenständen, die dem Toten gehört haben. Und nur so können Sie sich Ihrem Leben wieder zuwenden und offen werden für neue Eindrücke und sogar für neue Bindungen.
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