Die Bestattung – was sie kosten kann – und was sie kosten darf

Ein zunehmendes Kostenbewusstsein bekommt auch die diskrete Bestatter-Branche zu spüren.

Die Bestattung – was sie kosten kann – und was sie kosten darf

Die Zeiten, in denen eine verschwiegene und auf Pietät bedachte Branche die Preise bestimmen und diese „von den Lebendigen“ nehmen konnte, sind lange vorbei. Heute achten 85 von 100 Hinterbliebenen darauf, dass die Kosten für eine Bestattung nicht aus dem Ruder laufen. Die Würde und die Feierlichkeit müssen dabei trotzdem nicht zu kurz kommen.

Dieses scheinbar so plötzlich aufgekommene Bewusstsein für Bestattungskosten bei der Verabschiedung von den lieben Verwandten ist auf den Tag genau datierbar, denn am 1.Januar 2004 ist das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenversicherungen ersatzlos weggefallen. Seither muss jeder selber für seinen letzten Gang vorsorgen – und wie der aussehen soll, bestimmt wesentlich den Preis. Dabei liegt auf der Hand, dass eine aufwendige Erdbestattung mit einem höheren Preis zu Buche schlägt als eine vergleichsweise günstige Urnenbeisetzung. Doch auf den Preis allein kommt es nicht an. Viel wichtiger ist die Person des Bestatters selber, wenn es ihm gelingt, auf die Wünsche der Angehörigen einzugehen und eine würdige Feier „ganz im Sinne des Toten“ auszurichten.

Kosten und Leistungen müssen transparent sein

Von den Gesamtkosten einer Beisetzung entfallen auf den Bestatter etwa ein Drittel, dies kann im Durchschnitt zwischen 700 € und 5000 € ausmachen.
Der Bestatter stellt gewöhnlich drei Kostenblöcke in Rechnung:

  • Eigene Leistungen und Waren;
  • Leistungen von Dritten, z.B. Blumen und Anzeigen, die er verauslagt hat;
  • Friedhofs- und andere Gebühren, die er ggf. ebenfalls ausgelegt hat, um die Angehörigen von Behördengängen zu entlasten.

Wer in der seelischen Ausnahmesituation, in der er sich als Angehöriger befindet, die Kraft hat, eine feierliche Beisetzung selber zu organisieren, kann an einigen Stellen viel Geld sparen. Bei der Bestellung des Blumenschmuckes können Sie anfangen: Es kann im Einzelfall erheblich günstiger sein, „Ihren“ Floristen um die Ecke direkt mit der Gestaltung des Blumenschmuckes zu beauftragen. Sie sparen so eine Vermittlungsprovision ein.

Gute Vorbereitung auf das Bestattergespräch wichtig

Die beste Versicherung gegen unliebsame Überraschungen im Zusammenhang mit einer hohen Abschlussrechnung ist eine gute Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Bestattungsunternehmen. Je genauer die Angehörigen ihre Wünsche und Vorstellungen benennen können, desto präziser muss der Bestatter sein Angebot fassen – dazu ist er gesetzlich sogar verpflichtet. Nur so wird das Angebot gut mit der Konkurrenz vergleichbar. Es ist keine Schande und kein Verstoß gegen die Pietät, mit diesem Angebot in der Hand zu einem Mitbewerber zu gehen und um einen Alternativvorschlag zu bitten. Nur zu genau wissen die meisten Bestatter um den emotionalen Zustand ihrer Kundschaft: Trauer und Erschöpfung machen unkritisch, Sie wollen das alles schnell hinter sich bekommen, und ungenaue Absprachen und Bestellungen können schnell zu versteckten Leistungen führen, die Sie eigentlich gar nicht gewollt haben, nun aber bezahlen müssen.

Darauf sollten Sie bei einem Angebot des Bestatters achten:

  • dass der Bestatter seine Preise detailliert offenlegt;
  • dass er auf Mitgestaltungswünsche der Angehörigen eingeht;
  • dass er die Mehrwertsteuer ausweist.

Letztlich aber ist der Preis nicht das einzige Kriterium. Viel wichtiger ist das Gefühl, dass Sie der Bestatter versteht und Ihnen hilft, die oftmals vorhandenen Ideen für eine schöne und würdige Verabschiedung so umzusetzen, wie es sich der Verstorbene schon zu Lebzeiten gewünscht hat.

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