Wenn Bambi stirbt

Filme und der Tod: eine Erfolgsstory

Wenn Bambi stirbt

Tagtäglich sehen wir Menschen zu Tode kommen. Sie werden erschossen, erschlagen oder stürzen von Klippen. Fast wie im richtigen Leben…

Tödliche Action

Im letzten Rambo-Film sterben 236 Menschen. Das sind durchschnittlich 2,54 Tote in der Minute. Ob durch Schwerter, heranfliegende Rotorenblätter, Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, riesige Explosionen oder einfach durch die Faust - Actionmovies lassen ihre Figuren auf unterschiedlichste Weise ins Gras beißen. Wir Zuschauer finden das attraktiv, weil dieses filmische Massensterben unsere Schaulust und unsere archaischen Instinkte befriedigt.  Wir toben uns aus in der fiktiven Realität, kämpfen Seite an Seite mit unseren Leinwandhelden für Moral und Gerechtigkeit und scheuen dabei keine tödliche Gefahr.

Herzzereißende Tragik

Ganz anders reagieren wir Zuschauer auf tragische Filme. Wir können tief berührt sein vom Tod einer einzelnen Filmfigur.  Wie bei der liebevollen Rehmutter Bambis. Sie rettet ihr Kind vor dem schusswütigen Jäger und stirbt dabei. Ihr Opfer rührte Millionen von Kindern zu Tränen. Forrest Gump findet nach einem bewegenden Leben endlich die Frau seines Lebens. Doch aufgrund einer schweren Krankheit muss er sie nach nur wenigen Filmminuten unter ihrem Lieblingsbaum begraben. Leonardo di Caprio stirbt als Jack für seine Liebe Rose im arktischen Eismeer. Über Monate konnten gerade die Mädchen sich nicht von dieser Tragik lösen und bescherten dem Film „Titanic“ 18 Millionen Zuschauer allein in Deutschland. Immer wieder erzählen Filme über die brüchige Endlichkeit allen Seins.

Filmperspektiven auf den Tod

Der Tod, den wir im Alltag leicht verdrängen, ist im Film allgegenwärtig. Das Kino schafft es ganz unterschiedliche Perspektiven auf den Tod zu präsentieren. In „The Sixth Sense“ erleben wir beispielsweise die Geschichte aus den Augen eines bereits verstorbenen Menschen. „Hinter dem Horizont“ handelt von Chris (Robin Williams), der nach seinem Tod in den Himmel kommt und sich wenig später in die Unterwelt aufmacht. Er sucht dort seine Frau, die als einzige Hinterbliebene der Familie Suizid begangen hatte. In der computergenerierten Welt in „Matrix“ ist der Tod nur eine Simulation aus Bits und Bytes. „P.S. Ich liebe Dich“ erzählt von einer nach dem Tod fortgeführten Liebesbeziehung. Die Geschichte will Hinterbliebenen Mut machen, auch nach dem Verlust eines geliebten Menschen weiter an das Leben zu glauben.

Der Tod wühlt die Menschen auf. Das Kino versucht uns Zuschauer diese Emotionen erleben zu lassen. Auch damit wir uns vorbereitet fühlen auf den Ernstfall im wirklichen Leben. Kino ist daher eine Form der Vorsorge für tragische Schicksalsschläge und den eigenen Tod.

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