Nicht jeder hat die Kraft und die Zeit, sich dauerhaft um das gepflegte Erscheinungsbild eines Grabes zu kümmern. Doch diese Aufgabe ist eine bewusste Trauerarbeit und kann viel zur Überwindung des Verlustes beitragen.
In den ersten Tagen und Wochen schmücken noch die Kränze von der Beisetzungsfeier das frische Grab. Nach zwei bis vier Wochen werden diese abgeräumt, und das Grab wird fürs Erste provisorisch hergerichtet. Hierbei handelt es sich in der Regel um die Einebnung des Grabhügels und um das Aufstellen erster Pflanzenschalen oder Pflanzen. Für diese Arbeit berechnen Friedhofsgärtner zwischen 100 und 250 €.
Eine dauerhaftere Anlage des Grabes kann beginnen, wenn sich die Erde weiter gesenkt hat und die Niveauunterschiede durch Auffüllen mit humusreicher Erde ausgeglichen werden konnten. Eine Erstanlage, die etwa fünf bis zehn Jahre „hält“, bevor sie durch eine Neugestaltung abgelöst werden sollte, kostet bis zu 2000 €. Doch liegt es auf der Hand, dass es hierbei ebenso sehr auf die Größe der Grabanlage ankommt wie auch auf die Menge und Qualität der verwendeten Pflanzen. Bei einer großen Grabanlage können Sie die Pflanzfläche durch eine Abdeckung mit Steinen verringern – dafür schlagen jedoch die Kosten für diese Bodenabdeckung zu Buche.
Eine günstige Alternative sind sogenannte „Bodendecker“, also Pflanzen, die sich auf dem Boden ausbreiten und so das gesamte Grab mit wenig Aufwand gepflegt aussehen lassen. Eine weitere Variante besteht darin, das Grab in eigens ausgewiesenen Rasenflächen anzulegen, wie sie viele Friedhöfe inzwischen anbieten. Das verringert zwar den späteren Pflegeaufwand und schont den Geldbeutel – damit einher geht jedoch auch ein bewusster Verzicht auf einen wichtigen Teil der Trauerarbeit, der helfen kann, den Verlust eines geliebten Menschen etwas leichter zu ertragen: Sie können etwas tun, Sie sind für den verlorenen Angehörigen immer noch „da“. Daher sollte Sie sich auch die Entscheidung, die Grabpflege von Anfang an in die Hände von Friedhofsgärtnern zu legen, nicht leicht machen und in jedem Fall die ganze Familie einbeziehen. Oft ist es ja nicht einmal Unwillen oder Unvermögen – nicht jeder hat den „grünen Daumen“ – sondern eine große Entfernung zum Friedhof oder auch das eigene Alter sind vernünftige Gründe, auf eine Grabpflege durch eigene Hand zu verzichten. In jedem Fall aber stehen die professionellen Gärtner mit ihrem Rat beiseite, wenn es gilt, zwischen geringem Pflegeaufwand und trotzdem ansprechender Anmutung des Grabes geeignete Kompromisse zu finden.
Nur vier Prozent aller Grabstellennutzer haben mit einer Dauergrabpflege für die gesamte Nutzungszeit vorgesorgt und diese Aufgabe in die Hände des Friedhofsgärtners gelegt. Da sich diese Gärtner einer ständigen unabhängigen Kontrolle unterziehen müssen, ist hier eine zuverlässige Arbeit gewährleistet, und die Angehörigen können sich darauf verlassen, dass das Grab je nach Saison immer wohlgepflegt aussieht.
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