Generell sind ältere Menschen nicht häufiger von Straftaten betroffen als andere Altersgruppen. Jedoch kann die Angst vor Gewalt bei Senioren schwerwiegendere Auswirkungen haben als bei jüngeren Menschen. Folgen können sein, dass sich ältere Menschen weiter aus dem öffentlichen Leben isolieren und sich weiter zurück ziehen. Diese altersbedingte Unsicherheit wird durch eine konkrete Opfererfahrung noch weiter verstärkt. Im sozialen Nahbereich kann es insbesondere zu Gewalt gegen ältere Menschen kommen, wenn pflegende und fürsorgende Familienmitglieder überfordert sind.
Auch im hohen Alter können Sie sich vorbeugend und präventiv verhalten, um das Risiko Opfer ein Gewaltstraftat zu werden zu minimieren. Generell empfiehlt sich eine aktive Lebensgestaltung mit vielen Kontakten. Dies gibt Ihnen mehr Selbstbewusstsein und schreckt mögliche Täter von vornherein ab.
PuroVivo.de hält folgende Tipps für Sie bereit um Gewalt vorzubeugen:
- Sobald Sie das Haus verlassen, sollten Sie ihre Schlüssel getrennt von Wertsachen und Papieren aufbewahren.
- Tragen Sie nicht mehr Geld als nötig mit sich und zeigen Sie nicht, dass Sie größere Geldbeträge bei sich haben.
- Das Abheben größerer Geldbeträge sollten Sie in Beratungsräumen und im Beisein einer vertrauten Person tun.
- Größere Beträge sollten nicht in bar, sondern per Karte oder Überweisung bezahlt werden.
- Lernen Sie den PIN Ihrer Zahlungskarte auswendig. Andernfalls den PIN immer getrennt von Ihrer Karte aufbewahren!
- Geld, Papiere und Wertsachen sollten in verschlossenen Innentaschen der Kleidung mitgeführt werden und niemals in Außentaschen oder Einkaufskörben.
- Lassen Sie Ihre Handtasche, Geldbörse oder andere Wertgegenstände in Restaurants oder Kaufhäusern niemals aus den Augen.
- Meiden Sie wenig frequentierte und dunkle Wege. Wählen Sie nach Möglichkeit belebte Straßen und öffentliche Verkehrsmittel.
- Beim Tragen Ihrer Handtasche sollten Sie darauf achten, dass Sie diese unter dem Arm oder quer über dem Körper auf der Fahrbahn abgewandten Seite tragen.
- Machen Sie möglichst viele Erledigungen in einem Zuge und am Besten in Begleitung einer Vertrauensperson.
- Über ein Handy können Sie in kritischen Situationen den kostenfreien Notruf der Polizei 110 anrufen.
- Empfehlenswert ist außerdem das Besuchen eines Selbstbehauptungskurses für Senioren. Diese werden beispielsweise auch von der Polizei direkt angeboten.
PuroVivo.de hält folgende Verhaltensregeln für Sie bereit, wenn etwas passieren sollte:
- Ihre Gesundheit ist wichtiger als materielle Wertsachen!
- In einer Notsituation rufen sie ohne Hemmungen „Hilfe“ oder „Feuer“! Auf den Hilferuf „Feuer“ reagieren viele Menschen besser, da sie evtl. selbst bedroht sein könnten.
- Sollten Sie sich verfolgt fühlen, gehen Sie direkt auf Menschen in Ihrer Nähe zu und bitten diese um Hilfe oder klingeln Sie an der nächsten Haustür.
- Laufen Sie bei der erstbesten Gelegenheit weg.
- Sollten Sie es sich zutrauen, wehren Sie sich sofort. Die wenigsten Täter rechnen mit Gegenwehr.
- Sprechen Sie umstehende Personen gezielt an, z.B. „Sie in dem blauen Pullover, bitte helfen Sie mir!“
- Benachrichtigen Sie so schnell wie möglich die Polizei unter 110. Ohne ein Einschalten der Polizei kann keine Verfolgung der Straftat eingeleitet werden.
- Versuchen Sie sich markante Merkmale des Täters einzuprägen, wie das Aussehen, die Bewegung oder anderweitige Besonderheiten. Sie sollten ebenfalls versuchen, sich den Tathergang so genau wie möglich einzuprägen.
Im Nachhinein nach einer Straftat sollten Sie sich wie folgt verhalten:
- Zur besseren Verarbeitung nach Straftaten sollten Sie sich Verwandten, Bekannten und Freunden anvertrauen. Auch Vereine und Initiativen können mögliche Ansprechpartner sein, um die Folgen von Gewalt besser verarbeiten zu können.
- Wenden Sie sich an Opferschutzeinrichtungen (z.B. Weisser Ring e.V.) und ähnliche Organisationen, die Sie seelisch betreuen und auch bei möglichen Schadenersatzansprüchen unterstützen können.