Prävention heißt: Das Diabetes Risiko senken!

Prävention heißt: Das Diabetes Risiko senken!

Der Begriff Prävention hat in Deutschland Hochkonjunktur: Ärzte, Krankenkassen und Gesundheitspolitik empfehlen regelmäßig Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit zu erhalten und das Diabetes Risiko zu senken. Die Manifestation der Erkrankung kann durch eine Änderung des Lebensstils sogar wieder rückgängig gemacht werden. Doch was genau ist darunter zu verstehen? Warum ist Prävention hilfreich? Welche Maßnahmen sind sinnvoll, und wo kann man sich über Prävention informieren?

Warum ist Prävention so wichtig?

Der Begriff „Prävention“ kommt aus dem Lateinischen und heißt frei übersetzt „Vorbeugung von Krankheit durch Vermeidung von Risikofaktoren“. Übergewicht und insbesondere Adipositas (Fettsucht) sind bekanntermaßen starke Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2. Wenn Übergewicht/Adipositas reduziert wird, verringert sich das Risiko an dieser Form des zu erkranken deutlich. Immerhin wird das sog. „Typ 2 Diabetes“ bei etwa 90-95 % aller Diabetes-Erkrankungen diagnostiziert. Die Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren (z.B. Rauchverhalten, Übergewicht/Adipositas, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen) und Krankheitsentstehung spielen bei der Prävention eine große Rolle.

Doch was ist überhaupt Diabetes?

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für vielfältige Störungen des Stoffwechsels, deren Hauptmerkmal die chronische Hyperglykämie (Überzuckerung) ist. Ursache ist entweder eine schwer gestörte oder aufgehobene Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Typ 1 Diabetes) oder eine gestörte Insulinfreisetzung zusammen mit einer verminderten Insulinwirkung an wichtigen Organen wie Leber, Muskulatur und Fettgewebe (sog. Insulinresistenz mit Folge eines Typ 2 Diabetes). Insulin ist ein lebensnotwendiges Stoffwechselhormon, das den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel steuert.

Nach aktuellen Zahlen werden mehr als 7 Millionen Menschen in Deutschland wegen eines Typ 2 Diabetes behandelt. Hinzu kommen noch 3-4 Millionen Menschen, deren Diabetes bisher nicht erkannt wurde. Das bedeutet: mehr als jeder zehnte Bundesbürger ist betroffen. Diese dramatischen Zahlen beweisen, wie wichtig und notwendig die Prävention des Diabetes für jeden Einzelnen ist!

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, Ihre Bewegungs-Gewohnheiten zu verändern:

Setzen Sie sich kleine und erreichbare Ziele. So halten Sie besser durch und haben Erfolg! Steigern Sie insbesondere Ihre Alltagsaktivität, denn jede Bewegung zählt:

  • Seien Sie mindestens 30 Minuten an 3-5 Tagen in der Woche zusätzlich aktiv.
  • Kombinieren Sie Ausdauer- und Krafttraining.
  • Suchen Sie sich Gleichgesinnte, schließen Sie sich bestehenden Initiativen wie z.B. Nordic Walking Treffs an. Das fördert die Motivation und das Durchhaltevermögen.
  • Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen längerfristig Spaß machen, denn die Freude am Tun ist die größte Motivation.
  • Bevor Sie mit dem Training beginnen, lassen Sie einen Gesundheitscheck bei Ihrem Hausarzt durchführen.

Tipps für den Alltag:

  • Das Auto öfter einmal stehen lassen.
  • Zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen.
  • Treppe nutzen statt Rolltreppe oder Aufzug.
  • Eine Busstation früher aussteigen und flott zu Fuß gehen.
  • Beim Zähneputzen auf einem Bein stehen.
  • Bei stehenden Tätigkeiten mehrmals auf die Zehen stellen und die Position einige Sekunden halten.
  • Wenn Sie anstehen müssen: Gesäßmuskulatur mehrmals anspannen und einige Sekunden halten.

Mehr Ruhe und Gelassenheit durch Entspannung

Arbeitsstress, Hektik und Termindruck sind nur einige Situationen, die das persönliche Wohlbefinden stören und im schlimmsten Fall zu Krankheiten führen können. Mit einer Vielzahl von Entspannungstechniken kann dem Stress effektiv entgegen gewirkt werden. Doch was ist der ideale Weg, den Alltagsstress zu bewältigen und mehr Ruhe und Gelassenheit zu gewinnen? Wir stellen Ihnen einige Entspannungstechniken vor. Bei allen Methoden sollte eine professionelle Anleitung erfolgen, bevor Sie die Methode selbständig durchführen.

Atemübung

Die Atemübung ist eine Technik, bei der durch langsames und bewusstes Ein- bzw. Ausatmen ein körperlicher Entspannungszustand herbeigeführt wird.

Autogenes Training

Das Autogene Training ist eine Form der Selbstsuggestion, bei der der Körper durch die Kraft der eigenen Gedanken in einen Entspannungszustand versetzt wird. Ohne weitere Hilfsmittel können Sie durch gesteuerte Gedanken wichtige Körperfunktionen harmonisieren. Autogenes Training ist eine weit verbreitete und anerkannte Methode, um Stress und psychosomatische Störungen zu behandeln.

Progressive Muskelentspannung

Die Progressive Muskelentspannung kann Ihnen helfen, auch in Stress-Situationen frei von Verspannungen zu bleiben. Bei dieser Form der Entspannung werden bestimmte Muskelgruppen nacheinander kräftig angespannt und wieder gelockert.

Qi Gong und Tai Chi

Tai Chi und Qi Gong sind meditative und entspannungsfördernde Bewegungsformen. Ursprünglich aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hervorgegangen, können spezielle Bewegungsabfolgen „Disharmonien“ und Blockaden im Körper lösen und den Energiefluss des Menschen wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Atmung und die Konzentration auf bestimmte Körperbereiche sind Grundlagen beider Entspannungsverfahren.

Yoga

Yoga ist eine indisch-philosophische Lehre, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen vereint. Durch spezielle Körperstellungen (Asanas), Atemübungen und Tiefenentspannungstechniken (Konzentrationsübungen/Meditation) können stressbedingte Störungen behoben werden.

Folgendes ist bei einer gesunden Ernährung zu beachten:

  • Gemüse und Obst stellen die Basis der Ernährung dar.
  • Die Ernährung wird langfristig umgestellt.
  • Ein Bewegungsprogramm ist an die Ernährungsumstellung gekoppelt.
  • Schulung und praktische Beratung in Ernährung und Bewegung sind enthalten.

Aber wer zahlt die Präventionsmaßnahmen?

Für den Bereich der individuellen Prävention bieten die Gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten Präventionskurse mit verschiedenen Schwerpunkten (Handlungsfeldern) an. Diese sind: Die Kurskonzepte müssen verhaltensorientiert sein, damit die Inhalte einfach in den Alltag der Teilnehmer integriert werden können. Zudem sollten die Teilnehmer entsprechende Unterlagen erhalten.

Bonusprogramme

Viele Krankenkassen honorieren Präventionsaktivitäten ihrer Versicherten in Form von Bonusprogrammen. Diese können jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse sehr verschieden sein. In den meisten Fällen werden Krebsvorsorge-Untersuchungen, Gesundheits-Check-ups, Zahnkontrollen, Schutzimpfungen oder Präventionskurse in speziellen Punktesystemen berücksichtigt. Bei Erreichung bestimmter Punktwerte können Prämien von der Krankenkasse ausgegeben werden. Bitte fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob ein Bonusprogramm angeboten wird.

Qualitätskriterien von Präventionskursen sind (für Sie und die Krankenkasse):

  • Der Präventionskurs muss einem der vorgestellten Schwerpunkte (Handlungsfelder) zugeordnet werden können.
  • Die Anbieter und Kursleiter müssen bestimmte Qualifikationen in dem jeweiligen Gebiet nachweisen können, z.B. eine staatlich anerkannte Berufsausbildung oder einen Studienabschluss.
  • Bestimmte Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, z.B. Raumgröße und Teilnehmerzahl.
  • Die bezuschussten Kurse sollen "Hilfe zur Selbsthilfe" leisten. Die Inhalte der Präventionskurse daher in abgeschlossenen Einheiten vermittelt werden.
  • Dauerangebote (Mitgliedschaften in Fitnessstudios, Vereinsbeiträge etc.) dürfen in den meisten Fällen nicht erstattet werden, weil diese in die Eigenverantwortung der Versicherten fallen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen die Volkskrankheit Diabetes ein wenig näher bringen, sie erklären und ein paar hilfreiche Hinweise zu ihrer Vorbeugung geben. Für ausführlichere Informationen oder eine telefonische Beratung stehen Ihnen die Mitarbeiter der Deutschen Diabetes-Stiftung gerne zur Verfügung. Alle wichtigen Angaben dazu finden Sie unter:

www.diabetesstiftung.de

oder postalisch bei:

Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS)
Staffelseestraße 6
81477 München
Mail: info@diabetesstiftung.de
Telefon: 0180 / 250 520 5