Eine Studie des Zentrum für Gesundheit (ZfG) der Deutschen Sporthochschule Köln zeigt: bereits 3000 Schritte mehr am Tag können den Cholesterinspiegel bedeutsam senken. Sowohl das Gesamtcholesterin als auch das sogenannte LDL-Cholesterin* konnte bei Personen mit erhöhten Werten stark reduziert werden. Somit kann allein eine geringe Erhöhung der Alltagsaktivität das Risiko für eine Arteriosklerose deutlich minimieren. „Es kommt also nicht immer nur auf den Sport an, sondern auf die körperliche Aktivität allgemein“, weiß Prof. Dr. Ingo Fröböse, Leiter des ZfG und Initiator der Studie.
Einleitung:
Der bequeme und körperlich passive Lebensstil wird immer mehr zu einem bedeutendem Problem in Deutschland. Als Folge treten oft Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen sowie koronare Herzkrankheiten auf. Körperliche Aktivität stellt eine bedeutende Ressource für die Gesundheit dar. Jeder Mensch sollte sich mindestens 30 Minuten pro Tag in einer moderaten Intensität bewegen, um gesund zu bleiben. Dies entspricht zum Beispiel 3000 Schritten mehr, zusätzlich zur Normalaktivität. Demnach könnte bereits eine Erhöhung der Alltagsaktivität sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Eine Evaluationsstudie das Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln untersuchte den Einfluss einer Intervention von „3000 Schritten mehr am Tag“ auf verschiedene gesundheitliche Parameter. Hierbei stand der Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Fokus.
Methodik:
In die Untersuchungsgruppe wurden 153 berufstätige Probanden im Alter von 23 bis 59 Jahren aufgenommen. Vor Beginn der Studie wurde zunächst das derzeitige Aktivitätsniveau ermittelt. Mithilfe dieser Aktivitätsdaten wurden Durchschnittsschrittwerte pro Tag bestimmt. Die Probanden bekamen die Aufgabe, „3000 Schritte mehr am Tag“ für die nächsten 15 Wochen zu gehen. Zu diesem Zweck erhielten sie einen Schrittzähler, mit dem sie die Messungen vornehmen sollten. Die Ergebnisse sollten die Probanden in ein Schritttagebuch eingetragen. Vor- und nach der Intervention wurden die Lipidwerte (Gesamtcholesterin, Triglyceride, LDL und HDL) bestimmt.
Ergebnisse:
Am Anfang der Studie haben die Probanden ihr Aktivitätsniveau gemessen. Ihre Werte am Eingang waren 6647 ± 2305 Schritte pro Tag. Während der 15 Wochen erhöhter Geh-Aktivität zeigten die Probanden eine durchschnittlich tägliche Aktivität von 9886 ± 2536 Schritten auf und haben somit das Ziel “3000 Schritte mehr am Tag” erreicht. In den Testwochen ist die Mehrzahl der Probanden in den ersten beiden „Aktivitätsstufen“ (<5000 Schritte; 5000-7499 Schritte) aufzufinden. Durch die Intervention hat sich eine klare Verlagerung zu den höheren „Aktivitätsstufen“ ergeben.
Veränderung der Blutwerte:
Das Cholesterinprofil hat sich signifikant verbessert. Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Gesamtcholesterin, das sich von 211,54 ± 39,02 mg/dl auf 206,02 ± 36,35 mg/dl verbessert hat. Besonders deutlich ist die Verbesserung des LDL-Cholesterins zu sehen. Dieses hat sich von 126,25 ± 36,45 mg/dl auf 118,49 ± 32,40 reduziert. Die Werte des HDL-Cholesterin und der Triglyzeride bleiben ohne Veränderung. Personen mit erhöhten LDL-Werten können besonders profitieren
Eine Stichprobe auf der Basis des LDL-Eingangsniveaus sollte dazu dienen, den Kreis der besonders von der erhöhten Schrittaktivität profitierenden Person zu identifizieren. Es zeigte sich, dass LDL-Werte unterhalb von 100 mg/dl im guten Bereich sind und Werte oberhalb von 100 mg/dl mit einem vermehrten kardiovaskulären Risiko verbunden sind.
So wurden zum Zeitpunkt der Eingangstestung bei 31 Probanden LDL-Werte unterhalb von 100 mg/dl und bei 106 Probanden LDL-Werte über 100mg/dl nachgewiesen. Bei Personen, die bereits gute LDL-Werte hatten, haben sich die Werte kaum verändert. Personen mit erhöhten LDL-Werten konnten durch die Intervention eine deutliche Reduzierung ihrer LDL-Werte erreichen. Ihre Werte verringerten sich von 139,07 ± 30,32 auf 127,93 ± 29,50.
Fazit:
Zu Beginn der Studie wiesen 71% der Probanden eine geringe Gehaktivität auf. Während der 15-wöchigen Intervention gingen die Teilnehmer im Durchschnitt 9886 ± 2536 Schritte pro Tag und näherten sich somit der allgemeinen Empfehlung von 10.000 Schritten pro Tag. Der Lipid-Stoffwechsel konnte sich deutlich verbessern, vor allem das Gesamtcholesterin und das Cholesterin LDL. Insbesondere Personen mit erhöhten Werten konnten von der Intervention profitieren.
“Jeder Schritt zählt!”: In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass bereits geringe Erhöhung der Aktivität, die ganz einfach in den Alltag integriert werden kann, sehr viel zur Gesundheit beitragen kann.
* Bei zu viel Cholesterin lagert sich LDL an der Innenseite der Gefäße ab und gilt deshalb als Risikofaktor für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Je höher also der LDL-Cholesteringehalt im Blut ist, desto höher ist auch die Möglichkeit einer Gefäßverkalkung. Daraus kann u.a. ein Herzinfarkt resultieren
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule in Köln
Email: info@zfg-koeln.de