Sie sitzen da, gebannt und gefesselt. Verbunden mit einer Welt, in der unsere Jugend eine Realität zu glauben findet, an der sie anteilnehmen kann und die Anteil an Ihnen nimmt. Jene Faktoren, die viele Jugendliche vergeblich suchen und doch in der realen Welt nur noch allzu selten finden. Wir geben Anhaltspunkte und Tipps, wie man am besten reagiert um Freunden, den eigenen Kindern oder Bekannten aus der Sucht zu helfen.
Enttäuscht ziehen sich immer mehr Jugendliche zurück, suchen Zuflucht in einer Welt surrealer Freundschaften, Macht und Kampfesgeistes. Stolz, Würde und Mut und vor allem Respekt und Achtung der Gegenspieler für erbrachte Leistungen in Computerspielwelten sorgen für einen kurzzeitigen wie auch flüchtigen Kick, der immer wieder durch neue Höchstleistungen getoppt werden muss. Die Suche nach Anerkennung, und die Sehnsucht nach Wertigkeit werden durch einen kaum noch zu bändigenden Spielzwang genährt.
Leistungsabfall
Zwischen Rausch und verschiedenen Realitätswelten gefangen, werden Jugendliche schnell auffällig. Schulische Leistungen fallen konstant in den Keller, immer weniger soziale Kontakte werden aufrechterhalten. Die Jugendlichen, oftmals gerade Jungs sind betroffen, isolieren sich immer mehr von der realen Außenwelt. Der Computer wird zum "wärmenden" Fluchtpunkt.
Diese Flucht in die surreale Welt bedeutet für Jugendliche nicht nur Stagnation, sondern ebenso eine nicht gelebte Chance, mit und in der Gesellschaft zu reifen und zu agieren, um eine stabile und sichere Persönlichkeit herauszubilden.
Mit Betroffenen sprechen
Eltern und Erwachsene sollten kritisch werden, wenn ihre Kinder sich immer mehr zurückziehen. Erscheinen Kinder nicht einmal mehr zu den regelmäßigen Essensmahlzeiten und verbunkern sich Nächte und Tage in ihren vier Wänden, ist Alarmstufe rot angezeigt. In solchen Fällen sollten Eltern dringend das Gespräch mit ihren Kindern suchen um eine einfühlsame und vertrauensvolle Ebene zu den Jugendlichen aufzubauen.
Neue Therapieangebote
Zeigen die Jugendlichen von selbst keine Einsicht und verweigern sich vehement kompromissvollen Lösungsansätzen, deutet dies auf eine besonders starke Form der Abhängigkeit hin. In diesem Falle sollte dringend ein Fachtherapeut zur Hilfe gezogen werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Therapieangebote, die sich auf die Computersucht und den Zwang sich in surrealen PC-Welten aufzuhalten spezialisiert haben, so dass eine Sucht gezielt behandelt werden kann.
Männer gefährdeter als Frauen
Frauen gelten durch ihr soziales Verhalten als längst nicht so gefährdet. Als weibliche Wesen mit einer tieferen Verbindung zu inneren Gefühlswelten fühlen Frauen ein verstärktes Bedürfnis nach realer Wärme und Kommunikation. In den kalten auf Macht, Stolz und Potenz basierenden Computerspielwelten entdeckt das männliche Geschlecht Attribute, mit denen es in starker psychischer Resonanz steht. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist bei Männern deswegen wesentlich größer.
Welche Erfahrungen haben sie bislang im Umgang mit Computerspielen gemacht? Haben Sie vielleicht einen Bekannten oder einen nahen Freund der ständig vor dem Computer sitzt und spielt? Sprechen Sie in unserem Forum über ihre Erfahrungen, tauschen Sie sich aus und stellen Sie Fragen, die Sie alleine nicht lösen können.
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