Sie kann Leben retten aber nicht immer ist eine Transplantation sinnvoll. Das vor zwei Jahren geschlossene Transplantationsgesetz gibt wertvolle Richtlinien zum Umgang mit der Organspende vor. Nebenbei gibt es jedoch zahlreiche andere Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ist wichtig, um für sich persönlich zu einer individuell angemessenen Lösung zu finden.
Rund 94. 000 Organe wurden in den vergangenen 45 Jahren transplantiert – Tendenz steigend. Dennoch warten immer noch mehr als 12. 000 Patienten auf ein Spenderorgan, mehr als 8.000 auf eine Niere. Die Bundeszentrale für Gesundheit macht sich derzeit für eine Aufklärungskampagne stark. Es gilt: umso besser man informiert ist, umso sicherer mag man eine individuell stimmige Entscheidung fällen können.
Nach einer Repräsentativbefragung der Bundeszentrale ist circa die Hälfte der Befragten gut bis sehr gut über die Organspende informiert. Dennoch reicht dieser Stand längst nicht aus. Die Individuen müssen aufgeklärt werden, um sich ein passgenaues Bild zum umfassenden Thema der Organspende machen zu können.
Das Transplantationsgesetz wurde am 1. Dezember 2007 festgelegt und regelt die Spende, die Vermittlung sowie die Übertragung der Organe. In Deutschland gilt die sogenannte „erweiterte Zustimmungsreglung“. Sie besagt, dass der Verstorbene schon zu Lebzeiten, z.B. durch einen Organspendeausweis, einer Organentnahme zugestimmt haben muss. Andernfalls sind die Angehörigen dazu befugt eine ihnen obliegende Entscheidung zu treffen. Nicht immer fällt eine solche Entscheidung leicht. Ein Entschluss sollte stets sorgsam abgewogen werden. Oftmals fehlt den Angehörigen das nötige Wissen oder man wird falsch bis unzureichend von den zustädigen Ärzten und dem Fachpersonal über die Situation informiert.
Der Hirntod
Die Voraussetzung für eine Organspende ist die Feststellung des sogenannten Hirntodes. Dieser wird nach rein medizinischen Anhaltspunkten festgelegt und lässt andere wichtige Aspekte außen vor, was in der Debatte um den feststellbaren Todeseintritt immer wieder heiß diskutiert wurde.
Der Organspendeausweis
Auf dem Organspendeausweis kann jeder seinen freien Willen hinsichtlich einer Organspende oder eben deren Verwehrung dokumentieren. Betroffene sollten diese Möglichkeit in jedem Fall nutzen, damit es später zu keinen Zweifeln oder unangemessenen Entscheidungen kommt, die oftmals nicht richtig bedacht werden und im Affekt provoziert wurden.
Ferner kann genau differenziert werden, ob man Organe und Gewebe spenden möchten. Auch eine detaillierte Auswahl der Organe und oder Gewebe kann genauestens vermerkt werden.
Tipps zur Organspende
- Informieren Sie sich umfassend über die Themen rund um die Organspende, den Hirntod und die Spendebereitschaft (von Angehörigen ehemaliger Spender z.B. in unserem Forum kann man immer wieder wichtige und nützliche Dinge erfahren um eine persönliche Entscheidung zu fällen)
- Eine Organspende ist nur sinnvoll, sofern sich die Person in einer soliden gesundheitlichen Verfassung befindet
- Hat der Betreffende bereits zuvor in seinem Leben schwere Krankheiten (z.B. Lungenembolie oder eine Herzschwäche gehabt) ist eine Organspende nicht angebracht
- Ist man ein sehr sensibler und feinfühliger Mensch sollte man sich sehr genau überlegen, ob eine Spende tatsächlich für einen angemessen ist. Gerade sensible Menschen haben oftmals Schwierigkeiten mit dem Sterbeprozess. Eine Spende würde wohl möglich eine zusätzliche Belastung bedeuten.
Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Thema Organspende in Ihrem näheren Umfeld gemacht? Welche Meinung vertreten Sie bezüglich dieser Thematik und der fortwährenden Diskussion rund um den Hirntod? Haben Sie sich schon einen Organspendeausweis zugelegt? Tauschen Sie sich in unserem Forum untereinander aus.
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