Psychostress am Arbeitsplatz sorgt für Milliardenschäden in Deutschland, sagen Studien. Jeder dritte Frührentner gibt aufgrund von psychischen Problemen seine Job auf.
Psychostress am Arbeitsplatz sorgt für Milliardenschäden in Deutschland, sagen Studien. Jeder dritte Frührentner gibt aufgrund von psychischen Problemen seine Job auf.
Die hohen Verluste durch psychisch überlastete Arbeitnehmer hängen eng mit der Finanzkrise zusammen. Gewinnmaximierung und Renditestreben führen zu Arbeitsverdichtung und hohem Leistungsdruck. Dazu kommt steigende Angst um den Job. Außerdem: auch die Firma bietet nicht mehr die Sicherheit, die ein Angestelltenverhältnis noch vor zehn Jahren hatte. Alles zusammen führt zu schlechtem Betriebsklima, das die psychische Belastung weiter verschärft.
Das Burnout-Syndrom – eine Volkskrankheit
Neben allgemeinem Stress ist das das Burnout-Syndrom mittlerweile die häufigste psychische Erkrankung. Anders als allgemein vermutet, kann jeder an dem Syndrom erkranken und „ausbrennen“: vom Internatsschüler über den Werbefachmann bis hin zum Rentner.
Ein Burnout ist das Ende einer Entwicklung, die ganz generell auf anhaltende Enttäuschung zurückzuführen ist. Man spricht von Frustration, die durch vorherige Stagnation, also fehlende Weiterentwicklung entstanden ist. So entsteht eine Überlastung die immer weiter anwächst. Irgendwann können Geist und Körper nicht mehr, der Betroffene fühlt sich „unendlich“ müde, hat Konzentrationsschwierigkeiten und verliert jegliches Interesse. Schon morgens drückt eine seelische Müdigkeit den Körper in die Kissen, und die Angst nicht mehr Herr der Lage zu sein begleitet ihn den Tag über. Schwindelanfälle, nächtliche Schwitzattacken und Taubheit in Armen oder Beinen können Symptome eines bevorstehenden Burnouts sein.
Arbeit und Anerkennung, das Ying und Yang des Joblebens
Der Burnout ist eine Folge schlechter Betriebsführung oder zu hoher Ansprüche an sich selbst. Nicht jede extreme Belastung führt automatisch zu einem Burnout. Gibt es beispielsweise viel Anerkennung, führt auch viele harte Arbeit nicht zum „Ausbrennen“. Fehlt diese Anerkennung aber, ist die Gefahr groß, wie Studien zeigen. Gerade in sozialen Berufen wie der Altenpflege, ist die Gefahr häufig groß. In dieser Branche gibt es viele schlecht geschulte Führungskräfte. Außerdem fällt es Pflegebedürftigen oft schwer, die Arbeit der unter hohem Druck arbeitenden und schlecht bezahlten Pfleger anzuerkennen. So bleiben Erfolgserlebnisse aus, das Selbstwertgefühl wird dauerhaft gekränkt – ein Nährboden für den Burnout. Daher ist eine eigenständige, realistische Sicht auf den Beruf so wichtig, sie verhindert ausufernde Enttäuschung. Denn eine Regel besagt: Wer nicht brennt, kann auch nicht ausbrennen. Blinder Enthusiasmus für die eigene Arbeit kann schnell kontraproduktiv werden. Wer zu perfektionistisch oder idealistisch denkt, vergisst zu oft sich selbst und wird schließlich krank.
Wir arbeiten mehr, verdienen mehr, erwirtschaften mehr – dann sind wir doch auch häufiger krank. Also, wo ist das Problem?
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