Mehr als 272.300 Menschen pro Jahr erleiden einen Herzinfarkt, rund 61.000 sterben daran, wobei fast ebensoviel Frauen wie Männer betroffen sind: 2006 waren es 28.083 Frauen und 32.973 Männer, die den Anfall nicht überlebten. Welche Risikofaktoren man vermeiden sollte, wie optimale Vorsorge aussieht – wie man im Akutfall richtig reagiert.
Experten sind sich einig: Diese Zahlen sind zu hoch! Mit der richtigen Vorsorge und optimalem Handeln im Notfall steigt die Überlebens-Chance der Betroffenen. Noch besser ist allerdings, es gar nicht bis zum Infarkt kommen zu lassen!
Blutgerinnsel verschließen Gefäße des Herzmuskels. Dadurch werden die betroffenen Regionen des Herzens nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, sie sterben ab. Warum es zu den gefährlichen Blutpfropfen kommt, ist ein komplizierter Prozess, der unter Umständen jahrelang dauern kann. Während dieser Zeit sammeln sich Ablagerungen (so genannte Plaques) an der Wand der Herzkranzgefäße an, die letztlich zum Infarkt führen.
Zwei Hauptstrategien stehen ihnen zur Verfügung:
Wichtig ist jeweils, dass der Patient so schnell wie möglich ärztlich versorgt wird. Das zeigen Studien zu den Überlebensraten eines Herzinfarkts. Rund ein Drittel der 25-74-Jährigen stirbt bei einem akuten Herzinfarkt oder dem plötzlichen Herztod bereits vor dem Erreichen der Klinik. Wer jedoch lebend im Krankenhaus ankommt, wird den Infarkt mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit überleben.
Nach Erkenntnissen der Deutschen Herzstiftung liegt der Grund für diese Zahlen vor allem beim Patienten und seinen Angehörigen: Trotz teils erheblicher Beschwerden warten Patienten im Durchschnitt drei bis sechs Stunden, bis sie den Rettungswagen rufen. Viel zu lange!
„Als ob einem ein Stahlreif die Brust zusammenschnürt!“ So schildern viele Infarkt-Patienten ihre lebensbedrohende Erkrankung. Doch nicht immer äußert sich ein Infarkt tatsächlich so! Vor allem bei Frauen zeigt er sich oft ganz anders, weshalb besonders sie die Warnzeichen viel zu häufig verkennen:
Oberste Priorität hat: so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden, am besten in einem spezialisierten Herzzentrum. Deshalb: Keine Scheu vor Fehlalarm und gleich die 112 wählen bzw. die örtliche Notrufnummer! Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist dagegen nicht der richtige Ansprechpartner: Es dauert meist zu lange, bis ein diensthabender Arzt kommt.
Bei leichteren Infarkten stabilisiert sich die Herztätigkeit nach ca. einem Monat wieder, Patienten mit schwereren Infarkten brauchen bis zu einem Jahr Rekonvaleszenz-Zeit. Sie sind oft erschöpft, brauchen besonders viel Schlaf, sind oft auch niedergeschlagen, fühlen Beklemmung und Angst. Besonders sie profitieren von professioneller Betreuung in einer Kur sowie von gezielter medizinischer und psychologischer Nachsorge.
Besonders wichtig ist außerdem, Risikofaktoren auszuschalten. Herzpatienten sollten
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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