Herzinfarkt: Rechtzeitige Hilfe rettet Leben

Immer noch sind die Fallzahlen viel zu hoch!

Herzinfarkt: Rechtzeitige Hilfe rettet Leben

Mehr als 272.300 Menschen pro Jahr erleiden einen Herzinfarkt, rund 61.000 sterben daran, wobei fast ebensoviel Frauen wie Männer betroffen sind: 2006 waren es 28.083 Frauen und 32.973 Männer, die den Anfall nicht überlebten. Welche Risikofaktoren man vermeiden sollte, wie optimale Vorsorge aussieht – wie man im Akutfall richtig reagiert.

Experten sind sich einig: Diese Zahlen sind zu hoch! Mit der richtigen Vorsorge und optimalem Handeln im Notfall steigt die Überlebens-Chance der Betroffenen. Noch besser ist allerdings, es gar nicht bis zum Infarkt kommen zu lassen!

Herzinfarkt: Was sind Risikofaktoren?

  • Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt.
  • Auch Übergewicht (Adipositas) begünstigt die Krankheit. Besonders Vorsicht ist bei zu viel Bauchfett geboten.
  • Negativer Stress in Familie und Arbeit, psychische Belastungen und auch Depressionen können ebenfalls aufs Herz schlagen.
  • Erhöhte Cholesterin-/Blutfettwerte sind ein großer Risikofaktor, nach einer aktuellen Studie des Center for Cardiovascular Disease Prevention im Brigham (USA) können auch zu hohe Entzündungswerte im Blut (so genannte Akute-Phase-Proteine) das Herz-Kreislauf-System belasten und im Extremfall einen Herzinfarkt auslösen.
  • Vorsicht auch bei Bewegungsmangel sowie bei
  • Alkohol- und Nikotinkonsum.

Herzinfarkt: Was passiert im Akutfall?

Blutgerinnsel verschließen Gefäße des Herzmuskels. Dadurch werden die betroffenen Regionen des Herzens nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, sie sterben ab. Warum es zu den gefährlichen Blutpfropfen kommt, ist ein komplizierter Prozess, der unter Umständen jahrelang dauern kann. Während dieser Zeit sammeln sich Ablagerungen (so genannte Plaques) an der Wand der Herzkranzgefäße an, die letztlich zum Infarkt führen.

Herzinfarkt: Was können Ärzte im Notfall tun?

Zwei Hauptstrategien stehen ihnen zur Verfügung:

  • Der Kardiologe kann Medikamente spritzen, die Blutgerinnung verhindern und schon bestehende Blutpfropfen auflösen.
  • Betroffene Blutgefäße können mechanisch aufgedehnt werden. Dafür führt der Arzt per Herzkatheder einen Ballon in das Herzkranzgefäß ein und weitet es. Danach wird das Gefäß meist mit einem so genannten Stent stabilisiert, einem Röhrchen aus Edelstahl. Diese zweite Methode verspricht nach neuesten Erkenntnissen weitaus mehr Erfolg als die bloße Therapie mit Medikamenten.

Herzinfarkt: Schnelle Hilfe geboten!

Wichtig ist jeweils, dass der Patient so schnell wie möglich ärztlich versorgt wird. Das zeigen Studien zu den Überlebensraten eines Herzinfarkts. Rund ein Drittel der 25-74-Jährigen stirbt bei einem akuten Herzinfarkt oder dem plötzlichen Herztod bereits vor dem Erreichen der Klinik. Wer jedoch lebend im Krankenhaus ankommt, wird den Infarkt mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit überleben.

Herzinfarkt: Angehörige zögern zu lange

Nach Erkenntnissen der Deutschen Herzstiftung liegt der Grund für diese Zahlen vor allem beim Patienten und seinen Angehörigen: Trotz teils erheblicher Beschwerden warten Patienten im Durchschnitt drei bis sechs Stunden, bis sie den Rettungswagen rufen. Viel zu lange!

Woran erkennt man den Herzinfarkt?

„Als ob einem ein Stahlreif die Brust zusammenschnürt!“ So schildern viele Infarkt-Patienten ihre lebensbedrohende Erkrankung. Doch nicht immer äußert sich ein Infarkt tatsächlich so! Vor allem bei Frauen zeigt er sich oft ganz anders, weshalb besonders sie die Warnzeichen viel zu häufig verkennen:

Häufige Symptome die auf einen akuten Infarkt hindeuten:

  • Schmerzen in der Brust sowie im Oberbauch
  • Schmerzen im Hals und im Unterkiefer
  • Rückenschmerzen/Rückenziehen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Plötzliche schwere Atemnot
  • Reißen im Arm – das wird oft als Muskelkater fehlgedeutet.
  • Kribbeln an der Zugenspitze
  • Schwere Schmerzen hinter dem Brustbein sowie in der linken Schulter (bis zur Hand), die länger als fünf Minuten andauern.
  • Die Luft bleibt weg, den Patienten ist übel, sie müssen erbrechen.
  • Dazu kommt ein starker Druck im Brustkorb.
  • Man verspürt Angst.
  • Die Haut/Gesichtsfarbe ist blass, auf der Stirn steht kalter Schweiß.
  • Der Patient erleidet einen Schwächeanfall, er wird bewusstlos.

Herzinfarkt: Was kann ich tun, um möglichst schnell wieder gesund zu werden?

Oberste Priorität hat: so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden, am besten in einem spezialisierten Herzzentrum. Deshalb: Keine Scheu vor Fehlalarm und gleich die 112 wählen bzw. die örtliche Notrufnummer! Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist dagegen nicht der richtige Ansprechpartner: Es dauert meist zu lange, bis ein diensthabender Arzt kommt.

Herzinfarkt: Professionelle Betreuung während einer Kur

Bei leichteren Infarkten stabilisiert sich die Herztätigkeit nach ca. einem Monat wieder, Patienten mit schwereren Infarkten brauchen bis zu einem Jahr Rekonvaleszenz-Zeit. Sie sind oft erschöpft, brauchen besonders viel Schlaf, sind oft auch niedergeschlagen, fühlen Beklemmung und Angst. Besonders sie profitieren von professioneller Betreuung in einer Kur sowie von gezielter medizinischer und psychologischer Nachsorge.

Herzinfarkt: Risikofaktoren ausschalten!

Besonders wichtig ist außerdem, Risikofaktoren auszuschalten. Herzpatienten sollten

  • mit dem Rauchen aufhören
  • die Ernährung umstellen und unter ärztlicher Kontrolle abnehmen
  • sich regelmäßig bewegen, unter ärztlicher Aufsicht Sport treiben
  • negativen Stress meiden bzw. lernen, sich aktiv zu entspannen, etwa mit Yoga, Pilates oder Atemtherapie
  • Trauer und/oder Depressionen behandeln, auch solcher Stress ist Gift für die Herzgesundheit
  • Primärerkrankungen behandeln, zum Beispiel Diabetes
  • regelmäßig zur Vorsorge gehen
  • Medikamente nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen!

Herzinfarkt: Weitere Infos:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Achenbachstr. 43
40237 Düsseldorf
Tel. 0211 - 600 692 – 0

Deutsche Herzstiftung e. V.
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt am Main
Tel. 069 – 955128 - 0
info@herzstiftung.de
 

Haben Sie weitere Fragen? Besuchen Sie unsere Rubrik "Häufige Fragen".