Die besten gesetzlichen Krankenkassen für jeden Typ

Die besten gesetzlichen Krankenkassen für jeden Typ

Seit Anfang des Jahres zahlen alle gesetzlich versicherten Arbeitnehmer einen Einheitsbetrag für ihre Krankenkasse: Ab Juli 14,9% des Bruttolohns - jeweils 7 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, weitere 0,9 Prozent zahlt der Versicherte allein. Vorbei sind also die Zeiten, als die Wahl einer günstigen Kasse viel Geld brachte. Bis Ende 2008 konnte ein einzelner Versicherter auf diese Weise noch über 600 Euro pro Jahr sparen. Heute heißt das Motto: Auf Qualität kommt es an! Denn längst nicht alle Krankenkassen sind gleich: Bei Leistung, Service und Extra-Angeboten unterscheiden sie sich erheblich. Wir nennen die besten Kassen für verschiedene Typen bzw. Lebenssituationen:

Sie wollen lieber gleich die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitte Krankenkasse finden? Hier geht es zum Vergleich

FÜR GESUNDE

Wahltarif mit Selbstbehalt

Diese Tarifoptionen funktionieren wie eine Teilkasko-Versicherung fürs Auto - je höher der Selbstbehalt, den man für kleine "Schäden" entrichtet, desto höher ist der Rabatt der Versicherung. Möglich sind Selbstbehalte von bis zu 750 Euro pro Jahr. Nachteil: Die Versicherten sind drei Jahre an die Kasse gebunden. Und wenn Sie doch mal krank werden oder einen Unfall haben, zahlen Sie drauf! Im schlechtesten Fall mehrere hundert Euro. Im besten Fall können Sie aber auch einiges sparen - Krankenkassen-Experten errechneten in Extremfällen ein Beitragsplus von über 2.000 Euro im Jahr, natürlich abhängig von der Höhe der normalen Beiträge. Tarife mit Selbstbehalt bieten unter anderem Securvita, BKK Pfalz, IKK gesund plus, BKK IHV und der Salus BKK.

Wahltarif mit Beitragsrückzahlung

Hier werden all jene belohnt, die keine Kassenleistungen in Anspruch nehmen außer den Vorsorgeuntersuchungen. Ist doch ein Arzt nötig, können Sie allerdings etwas Geld verlieren. Im Idealfall dürfen die Krankenkassen allerdings pro Jahr bis zu einem Monatsbetrag inklusive Arbeitgeberanteil auszahlen, das können mehrere hundert Euro sein. Angeboten werden diese Tarife für alle Versicherten über 18 Jahre. Auch hier gilt allerdings: Wer den Wahltarif abschließt, ist drei Jahre an die Kasse gebunden. Geld zurück für Gesunde gibt es z.B. bei der Audi BKK, BIG Direkt, BKK Gildemeister, BKK Hoesch, BKK vor Ort, BKK exklusiv, City BKK, KKH - Die Kaufmännische, Metro AG Kaufhof BKK, Novitas BKK, KTPÜ BKK.

FÜR SPARSAME

Auch sie können natürlich Tarife mit Selbstbehalt oder Beitragsrückerstattung wählen (siehe oben). Zusätzlich bieten sich aber auch diese Möglichkeiten:

Hausarzttarif wählen

Seit Juli müssen alle Krankenkassen einen "Hausarzt-Tarif" anbieten. Wer den wählt (laut Schätzung inzwischen jeder dritte Krankenversicherte), bindet sich mindestens ein Jahr an einen Hausarzt und verzichtet darauf, Fachärzte ohne Überweisung aufzusuchen. Doppelt- und Dreifach-Untersuchungen sollen auf diese Weise vermieden werden. Als Belohnung erlassen die Kassen den Versicherten die Praxisgebühren - oder sie zahlen einen Bonus. Folgende Kassen bieten zum Beispiel einen Tarif mit Hausarztmodell (Hausarzttarif) an: BKK ALP plus, BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER, BKK IHV.

"Integrierte Versorgung" wählen

Haus- und Fachärzte, Kliniken und Reha-Einrichtungen arbeiten im Team zusammen, sinnvoll z.B. bei Hüft- und Knie-OPs, für Krebs- und Rheuma-Patienten. Mehr als 70 Krankenkassen bieten diesen Tarif an.

Bei Extrabeitrag kündigen

Denn dann besteht ein Sonderkündigungsrecht. Spätestens Anfang 2010 kann man so Geld sparen, denn dann werden viele Krankenkassen mit dem einheitlichen Beitragssatz von 14,9 Prozent nicht mehr auskommen. In diesem Fall dürfen sie laut Gesetz einen Zusatzbeitrag von maximal einem Prozent des Monatseinkommens erheben. Wichtig allerdings: Das Sonderkündigungsrecht besteht nur zwei Monate nach Inkrafttreten der Beitragserhöhung. Kündigungsfrist ist zwei Monate.

Ausschüttungen kassieren

Wenn Kassen gut wirtschaften, können sie Beiträge an ihre Versicherten auch wieder rückerstatten. Diese Möglichkeit bieten bisher aber nur zwei Krankenkassen: Die HKK zahlt 60 Euro pro Jahr, die BKK ALP plus 50 Euro.

FÜR NATURHEIL-ANHÄNGER

Wahl-/Zusatztarif für Naturheilkunde

Gerade hier sollte man genau vergleichen, denn nicht alle Angebote schließen das gesamte Spektrum der Naturheilkunde ein. Viele AOKs gewähren zum Beispiel keine Mehrleistung für homöopathische Behandlung beim Arzt. Und wie bei anderen Wahltarifen bindet man sich drei Jahre an die Krankenkasse.

Homöopathie

Neben den Wahltarifen sind einige Krankenkassen etwas großzügiger, wenn es ums Honorar für die Behandlung beim Homöopathen geht. Einen Wahltarif mit Mehrleistungen für Homöopathische Erst- und Folgeananmese bieten BIG - DirektKK, die IKKs Hamburg, Niedersachsen, Nord und Thüringen sowie die Knappschaft und SBK.

ANGEBOTE FÜR CHRONISCH KRANKE

Disease Management Programme (DMP)

Hinter diesem Namen verbergen sich spezielle Angebote für chronisch Kranke. Angebote gibt es für

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Asthma
  • Brustkrebs
  • chronische Lungenerkrankungen

Einige Kassen betreuen Versicherte, die sich in DMP einschreiben, komplett von allen Zuzahlungen, auch für Medikamente und Krankhausaufenthalte. Dazu zählen die AOK Rheinland Pfalz, die HEK sowie einzelne IKKs und BKKs.

Zuzahlungen zur häuslichen Krankenpflege und für schwer Kranke

Manche Kassen übernehmen auch die Kosten für eine Haushaltshilfe (Hauswirtschaftliche Versorgung und Hilfe beim Essen), wenn ein Kranker zuhause gepflegt wird, andere bieten dies nicht als Mehrleistung an. Darüber hinaus haben einige Kassen den Hospiz-Zuschuss für Sterbende, der per Gesetz bei rund 150 Euro am Tag liegt, auf über 300 Euro erhöht.

Extraleistung für eine Haushaltshilfe

Dieses Extra ist sinnvoll, wenn jemand schwer krank ist und laut ärztlichem Attest den Haushalt nicht führen kann. Manche Kassen übernehmen die Kosten dafür nur in Ausnahmefällen (z.B. nach ambulanten OPs) oder wenn gleichzeitig ein Kind zu versorgen ist. Andere sind großzügiger und zahlen auch bei Kinderlosen.

Sonderrecht auf freiwillige Mitgliedschaft

Schwerbehinderte haben unter Umständen das Recht, von der Privaten wieder in die Gesetzliche Kasse zu wechseln. Allerdings erschweren das manche Kassen durch eine Altersgrenze: Teilweise gilt die schon für über 35-jährige.

Versorgung Sterbender in einem Hospiz

Längst nicht alle gesetzlichen Krankenkassen sind großzügig, wenn es um die optimale Versorgung Todkranker in einem Hospiz geht. Der gesetzlich vorgeschriebene Kassenzuschuss für Hospizpflege beträgt nämlich nur 151,20 Euro pro Tag, manche Kassen zahlen aber bis zu 302,40 Euro.

FÜR ANSPRUCHSVOLLE UND GESUNDHEITSBEWUSSTE

Optimale Betreuung

Gerade große Kassen haben ein großes Netz von Geschäftsstellen, geben zum Teil rund um die Uhr auch am Telefon profunde Infos, bieten eine medizinische Hotline an, helfen ihren Mitgliedern bei Behandlungsfehlern oder koordinieren Facharzttermine für ihre Versicherten.

Zuschuss für Gesundheitskurse und Präventionsreisen

Spötter nennen diese Angebote "Wellness auf Kassenkosten" - in Wirklichkeit belohnen einige gesetzliche Krankenkassen Aktivitäten, die die Gesundheit fördern, zum Beispiel Rückentraining oder Yoga. Viele der gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Gesundheitskuren - egal ob zuhause oder am Urlaubsort.

Ernährungsberatung

Wer abnimmt oder sein Idealgewicht hält, bleibt länger gesund. Diese Tatsache ist einigen gesetzlichen Krankenkassen viel wert: Auf Antrag sponsern sie ihren Versicherten einen Ernährungs-Coach.

Extras für Urlauber

Sie reisen gerne und wünschen, dass Ihre Krankenkasse Schutzimpfungen für private Auslandsreisen übernimmt. Das tun ca. 70 gesetzliche Krankenkassen!

Weitere Extraleistungen

Auch beim Zahnersatz sind manche Kassen etwas weniger knauserig als andere!

Sie interessieren sich für eine oder mehrere dieser Extraleistungen? Oder möchten mit einem Wahltarif viel Geld sparen? Unser Versicherungs-Vergleich hilft Ihnen, unter rund 200 gesetzlichen Krankenkassen den Versicherer herauszufinden, der am besten zu Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen passt.