Beiträge sparen und doch optimal versorgt sein: Beim Thema Krankenversicherung muss das kein Widerspruch sein. Lesen Sie in unserem großen Ratgeber, wie Sie die ideale Krankenkasse finden und warum sich auch die gesetzlichen Krankenkassen teilweise enorm unterscheiden. Sie wollen Ihrer alten Krankenversicherung auf jeden Fall treu bleiben? Diese sieben Fragen werden Sie trotzdem interessieren.
1. Kann man die Krankenkasse einfach wechseln?
Ja, wenn man 18 Monate in einer gesetzlichen Krankenkasse Mitglied war – dann ist der Wechsel mit Ende des übernächsten Monats in eine neue gesetzliche Krankenkasse möglich. Ausnahme: Sie haben mit ihrer alten Krankenkasse einen Wahltarif vereinbart. Dann sind Sie drei Jahre an ihre Krankenkasse gebunden. Ansonsten ist der Wechsel einfach: Bei der alten Krankenkasse schriftlich kündigen und die Bestätigung der neuen Krankenkasse schicken.
2. Sind nicht alle gesetzlichen Krankenkassen gleich?
Rund 90 bis 95 Prozent der Leistungen stimmen tatsächlich überein – sie sind gesetzlich vorgegeben. Doch beim Rest gibt es große Unterschiede: Dazu zählen Wahltarife und Bonusangebote, etwa für Naturheilkunde.
3. Kann ich bei der Krankenkassen-Wahl noch Beiträge sparen?
Früher konnten die Krankenkassen unterschiedliche Beitragssätze bieten. Das ist seit Einführung des Gesundheitsfonds nicht mehr möglich. Dafür kann man heute Tarife mit Beitragsrückerstattung oder Selbstbeteiligung wählen – allerdings ist das meist nur für Gesunde wirklich lukrativ. Wer dann trotzdem Arztleistungen in Anspruch nimmt, zahlt mit solchen Tarifen womöglich sogar drauf. Viele Kassen bieten auch Bonusprogramme zum Beispiel für gesundheitsbewusstes Verhalten und für die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Auch hier sind Rückerstattungen bis zu 300 Euro möglich.
4. Welche Vor- und Nachteile bringen die neuen Wahltarife?
Wahltarife bieten die Möglichkeit, Gesundheitsleistungen nach individuellen Vorgaben zu vereinbaren. Der eine möchte Beiträge sparen, der andere hätte gerne Extraleistungen beim Zahnarzt, für Naturheilkunde oder zur Unterstützung chronisch Kranker. Für jedes dieser Bedürfnisse gibt es Wahltarife. Größter Nachteil: Wer einen Wahltarif abschließt, bindet sich drei Jahre an die Krankenkasse. Außerdem warnen die Verbraucherzentralen vor Tarifen mit Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung – diese seien nichts anderes als Wetten auf die eigene Gesundheit. Ist die top, spart man Geld. Wird man jedoch krank, muss man sich an den Kosten beteiligen. Experten befürchten, dass viele Versicherte auf notwenige Untersuchungen verzichten, um nicht finanziell bestraft zu werden.
5. Für wen lohnt sich eine private Zusatzversicherung?
Oft bieten private Zusatzversicherungen, die man zusätzlich zum gesetzlichen Versicherungsschutz abschließt, weitaus mehr Extras als die normalen Wahltarife der Krankenkassen: Dazu zählen die klassischen Zusatzversicherungen für Zahnbehandlung, Naturheilkunde und für Extraleistungen im Krarnkenhaus.
6. Woran erkenne ich, dass meine Kasse zu mir passt?
Ihr Angebot muss zu den eigenen Bedürfnissen passen. Sind Sie kerngesund und möchten hauptsächlich sparen? Oder sind sie krank – womöglich sogar chronisch? Wünschen Sie optimale Betruung, möglichst in einer Geschäftsstelle um die Ecke? Sind Sie Anhänger der Naturheilkunde, setzen auf Fitnessprogramme oder Ernährungskurse? Für jedes dieser Bedürfnisse gibt es eine optimale Kasse, meinen die unabhängigen Experten von www.testamo.de.
7. Sind private Krankenkassen besser?
Wartezeiten auf einen Facharzttermin, Behandlungsqualität nur zweite Klasse: Damit müssen sich Privatversicherte kaum herumschlagen – Mitglieder von AOK & Co. schon. Allerdings hat der Top-Service seinen Preis: Günstig sind die Beiträge in der privaten Versicherung nämlich meist nur für junge Versicherte, die nie oder nur selten krank sind. Wer alt und vielleicht sogar chronisch krank ist, zahlt meist mehr als ein gesetzlich Versicherter. Der Grund: In der privaten Versicherung gibt es kein Solidarprinzip wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Versicherungsgesellschaften berechnen ihre Beiträge vielmehr nach dem individuellen Risiko, und das ist für ältere Menschen größer als für junge Gesunde. Gerade für Selbstständige mit geringem Einkommen, die nicht in eine gesetzliche Kasse wechseln können, ist das oft ein Problem.
Damit sie nicht ohne Versicherungsschutz da stehen, wurden alle privaten Anbieter gezwungen, ab Januar 2009 einen so genannten Basistarif anzubieten, mit abgespeckter Leistung, die in etwa dem Katalog einer gesetzlichen Kasse entspricht. Trotzdem sind die Beitragsunterschiede auch hier enorm, wie Stiftung Warentest ausgerechnet hat: Im Basistarif muss man noch rund 570 Euro Beitrag pro Monat zahlen, als freiwillig Versicherter mit sehr geringem Einkommen überweist man dagegen nur rund 125 Euro monatlich.
Wer dennoch von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenkasse wechseln möchte, muss eine weitere Hürde überwinden: Seit 2009 muss man nämlich ein Einkommen haben, das mindestens drei Jahre jenseits der Pflichtversicherungsgrenze lag. Aktuell sind das 48.600 Euro im Jahr, 2008 und 2007 lag die Pflichtversicherungsgrenze noch bei 48.150 Euro jährlich.
Was sagen Sie zu den Leisungen und Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen? Finden Sie die neuen Regelungen seit der Einführung des Gesundheitsfonds sinnvoll? Diskutieren Sie mit uns über Ihre Erfahrungen mit den gesetzlichen Krankenkassen in unserem Forum.
Vergleichen Sie jetzt mit unserem kostenlosen Vergleichsrechner:









