Viele Großeltern wollen ihren Enkeln mit Geld unter die Arme greifen – und können daneben auch für sich selber vorsorgen. Zur Wahl stehen interessante Versicherungen wie eine Ausbildungsversicherung und grundsolide Sparverträge für die Kinder.
Schon heute schlägt ein durchschnittlich langes Studium der "großen Kinder" nach Statistiken des deutschen Studentenwerks mit etwa 56.000 Euro zu Buche. Sind erst die Kleinen von heute als Große an der Reihe, werden die Kosten kaum gesunken sein – im Gegenteil. Auch Auszubildende sind selten in einer besseren Lage.
Mit dem ersten Gehalt kommt zumeist niemand über die Runden
Kleine und große Extras bleiben auf der Strecke. Das Haushaltsbudget der Eltern reicht gerade für die Alltagsausgaben und kaum noch dazu, für den Unterhalt der (fast) erwachsenen Kinder aufzukommen. Daher sehen sich zunehmend die Großeltern verpflichtet, ihren Enkeln finanziell zu helfen, verfügen sie heute doch im Vergleich zu früheren Generationen häufig über deutlich mehr freies Kapital. Nur zu gern geben sie es für ihre Enkel aus, damit diese es einmal „besser haben“ können.
Die Versicherungskonzerne sind darauf längst vorbereitet und bieten zahlreiche Vorsorgeprodukte an: Ausbildungsversicherungen, Rentenpolicen oder Sparpläne.
Eine Versicherung, um die Berufsausbildung zu finanzieren
Eine Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung ist nichts anderes als eine Kapitallebensversicherung mit einer fixen Laufzeit: Die Großeltern zahlen bis zum vereinbarten Ablauftermin – z.B. dem 20. Geburtstag des Kindes – monatlich gleich bleibende oder leicht steigende Beiträge ein. Mit 20 erhält der Enkel die Auszahlung als Beitrag zu seinem Unterhalt. Stirbt die versicherte Person vor dem vereinbarten Ablauftermin, läuft die Police weiter, ohne dass weitere Beiträge fällig werden. Um Beiträge zu sparen, sollten Großeltern jedoch ihre Kinder und nicht sich selber als versicherte Person eintragen. Denn die obligatorische Gesundheitsprüfung dürfte für Großeltern in der Regel schlechter ausfallen als für die Eltern der Enkel, schlägt sich doch ein höheres Gesundheitsrisiko unmittelbar in höheren Beiträgen nieder.
Die in den Beiträgen enthaltene Verwaltungs- und Abschlussgebühren schmälern dabei empfindlich die Rendite, denn diese Gebühren zahlen die Versicherten gleich zu Beginn der Vertragslaufzeit ab. Wer den Versicherungsvertrag vorzeitig kündigt, könnte also draufzahlen. Denn erst, wenn die Gebühren abbezahlt sind, beginnt die Ansparphase.
Rentenversicherungen, die an Fonds gebunden sind
Beim Thema Enkelvorsorge kommt es unbedingt auf Flexibilität an, schließlich kann es vorkommen, dass der Nachwuchs mal eben schnell eine Finanzspritze braucht: eine Auslandsreise, das erste Auto, die Einrichtung der ersten Wohnung – Anlässe gibt es viele. Auch zwischendurch immer mal wieder Extrasummen einzahlen zu können: das sollte möglich sein.
Versicherungen wie die Aspecta, die LV 1871 oder die Nürnberger haben diesen Bedarf erkannt und bieten fondsgebundene Rentenversicherungen an. Die Bezeichnung „Generationenbrücken“ verrät es schon: Hier sind die Großeltern angesprochen, nicht nur für ihre Enkel, sondern auch gleich noch für das Alter vorsorgen. In der „Versorgungsphase“ zahlen die Senioren die Beiträge, und das Kind kann den Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen. Zu bestimmten Zeitpunkten sind Entnahmemöglichkeiten ebenso vorgesehen wie Extrazahlungen – beispielsweise, wenn Sparverträge auslaufen oder größere Summen zu erwarten sind. Die aufwendige Gestaltung dieser Verträge hat ihren Preis in den hohen Verwaltungskosten. Eine sorgfältige Nachrechnung der zu erwartenden Rendite ist daher wichtig.
Anpassungsfähige Sparpläne
Sparpläne sind von Natur aus flexibler als Versicherungen, lässt sich der Sparbetrag doch jederzeit aufstocken – oder auch aussetzen. Auch Einmalzahlungen sind jederzeit möglich. Der sicherheitsbewusste Sparer legt sein Geld auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto oder spart in Form von Bundesschatzbriefen. Gerade der Typ B ist für langfristige Sparer interessant, weil die Zinsen nicht jährlich ausgeschüttet, sondern immer wieder neu mit angelegt werden – mit beträchtlichen Spareffekten.
Wem die Erträge aus dieser Anlageform zu mager erscheinen und das Risiko, sein Geld auch zu verlieren, nicht scheut, entscheidet sich für hochspekulative Fondssparpläne. Diese können laut Bundesverband Investment und Asset Management bei einer monatlichen Rate von 50 Euro zwar eine jährliche Rendite von durchschnittlich 5,59 Prozent erwirtschaften. Gut beraten sind Großeltern jedoch, wenn sie für diese Anlageform unbedingt eine Laufzeit von mehr als zehn Jahren einplanen, damit durch eine jederzeit mögliche Börsenflaute verursachte Vermögensverluste einigermaßen ausgeglichen werden können.
Steuern auf Geschenke zahlen?
Wer den Sparplan oder das Tagesgeldkonto auf seinen eigenen Namen laufen lässt und nicht auf den Namens des Enkels, kann die angesparte Summe den Enkel steuerfrei einfach als Geschenk überreichen – als Startkapital zur Volljährigkeit beispielweise. Doch Vorsicht: Die Steuerfreiheit hat Grenzen. Überschreitet die Schenkungssumme den Betrag von 51.200 €, hält der Fiskus seine große Hand auf.
Purovivo-Tipp:
Wem das alles zu riskant oder zu langwierig erscheint, weil er gleich helfen möchte, dem bieten sich viele Möglichkeiten, die Eltern der Kinder direkt oder indirekt zu unterstützen. Oft entlastet es das Budget der Familie spürbar, wenn die Großeltern die Beiträge für die Kindertagesstätte, für den Ballettunterricht oder für die Privatschule übernehmen.
Haben Sie weitere Fragen? Besuchen Sie unsere Rubrik "Häufige Fragen".









