Rentenansprüche Ost und West: Ungleichheiten bleiben vorerst erhalten

Einheitliche Berechnung der Renten in den alten und neuen Bundesländern nicht vor 2011.

Rentenansprüche Ost und West: Ungleichheiten bleiben vorerst erhalten

Die Folgen der jahrzehntelangen Teilung wirken sich bis heute auf die Berechnung der Rentenansprüche aus. Trotz voller Reservekassen ist eine Beitragssenkung nicht beabsichtigt.

Die wiedervereinigte Bundesrepublik geht in ihr zwanzigstes Jahr, und noch immer ist es weder gelungen, die Löhne noch die Renten in Ost und West aneinander anzugleichen. Noch immer gibt es gravierende Unterschiede, insbesondere bei den Rentenansprüchen.

Rentenansprüche: Einzahlungen im Osten zählen mehr

Um die Wirkungen der gravierenden Einkommensunterschiede zwischen Ost und West nach der Wiedervereinigung für die Rentenkasse möglichst auszugleichen, hat die Regierung beschlossen, Beiträge zur Rentenkasse, die ein Ost-Arbeitnehmer leistet, höher zu bewerten als gleichhohe Beiträge, die sein West-Kollege leistet. Da man hoffte, dass sich das Lohnniveau rasch angleichen würde, ging man von einer vorübergehenden Regelung aus. 

Rentenansprüche: Das Lohnniveau ist entscheidend

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Auch nach fast zwei Jahrzehnten verdient ein West-Arbeitnehmer entgegen der damaligen Hoffnung der Regierung mehr als sein Kollege im Osten – von einigen Ausnahmen einmal abgesehen. Aber diese Ausnahmen haben es in sich: Wer im Osten lebt und im seinem Job mehr verdient als in einem vergleichbaren Job im Westen, zahlt durch die immer noch bestehenden Unterschiede bei der Bewertung „mehr“ in die Rentenkasse ein, als würde er im Westen leben.

Rentenansprüche: Der Osten rechnet anders

Ein anderer Grund dafür, dass ein Ost-Rentner etwas mehr ausgezahlt bekommt als ein West-Rentner: Da es in er DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit gab, haben die wenigsten Beitragszahler Lücken in ihrer Beitragsbiographie – im Gegensatz zu Beitragszahler im Westen, die oftmals monate- und jahrelange Arbeitslosigkeit zu verkraften hatten: Zeiten, in denen sie nicht so viel einzahlen konnten, als wenn sie durchgearbeitet hätten.

Rentenansprüche: Der schwierige Ausgleich

Um eines führt die ganze schwierige Situation nicht herum: Auch weiterhin werden zwischen der Rentenkasse West und der Rentenkasse Ost Transferzahlungen nötig sein: Laut Rentenbericht 2008 wird im Osten einfach nicht so viel eingenommen, wie nötig wäre, um alle Ansprüche der Ost-Rentner zu befriedigen.

Rentenansprüche: Die vielen Quellen

Der Vergleich der im Schnitt gezahlten Renten – zum Beispiel im Westen für Männer 951 Euro, für Männer im Osten 994 Euro – führt jedoch um eine Erkenntnis nicht herum: So oder so reichen diese Beträge kaum aus, um auch im Alter seinen Lebensstandard zu halten. Ohne private Vorsorge – und das gilt für Ost und West gleichermaßen – kann es im Alter rasch knapp werden im Geldbeutel. Immer noch tun zuviele Menschen zuwenig für ihre Altersvorsorge, auch wenn die neusten Abschlusszahlen beispielsweise bei den Riester-Verträgen vielversprechend sein mögen.

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