Die solide finanzielle Basis der gesetzlichen Rentenversicherung ist laut Rentenbericht 2008 der Grund dafür, dass die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten die deutschen Rentenversicherungskassen verschonen.
Die Bundesregierung hat in ihrem diesjährigen Rentenbericht positive Schlüsse gezogen: Aufgrund einer Reserve von etwa 15,7 Milliarden Euro ist die finanzielle Ausstattung der Rentenkasse so komfortabel, dass die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise überschaubar bleiben werden.
Dieser Betrag entspricht zu 97 Prozent dem, was die Rentenkasse allmonatlich an die inzwischen 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner auszahlt. Das Erfreuliche: Von dieser positiven Lage werden die Ruheständler schon bald profitieren können.
Bis zum Jahre 2022 wird ein Anstieg der Renten um etwa 30 Prozent erwartet. Was auf den ersten Blick nach viel klingt, wird unter der Berücksichtigung der zu erwartenden Inflationsentwicklung deutlich geringer, aber immer noch werden die Renten im Jahr um 1,9 Prozent steigen. Damit bleibt die Rentenentwicklung hinter der erwarteten Lohnsteigerungsrate zurück.
Aufgrund der Beschlüsse der Bundesregierung steigt die Rente im Juli nächsten Jahr einmalig um 2,75 Prozent an. Das Rentenniveau hingegen gerät wegen des demographischen Wandels unter immer größeren Druck: Können im Jahre 2008 noch 50,5 Prozent erzielt werden, erwartet die Regierung für das kommende Jahr lediglich einen Wert von 46,2 Prozent. Mit dem Rentenniveau ist das Verhältnis angegeben, das sich aus der tatsächlich gezahlten Rente und dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen ergibt.
Aus dem jährlich sinkenden Rentenniveau wird eines überdeutlich: Wie schon in den Jahren zuvor immer wieder betont, wird ein künftiger Rentner ohne private Vorsorge kaum über die Runden kommen, wenn er keine spürbaren Einschnitte seines Lebensstandards in Kauf nehmen will.
Erst im Jahre 2012 ist mit einer kurzfristigen Absenkung des Rentenbeitrags von heute 19,9 Prozent auf dann 19,2 Prozent zu rechnen. Die ursprünglich für 2011 vorgesehene Beitragssenkung entfällt, um die außerplanmäßige Rentenerhöhung im Wahljahr 2009 zu finanzieren. Ab dem Jahre 2018 hingegen muss wieder mit einem deutlichen Anstieg des Rentenbeitrages gerechnet werden.
Weil in den kommenden Jahren immer mehr Menschen in den wohlverdienten Ruhestand wechseln werden, geht die Bundesregierung von stabilen Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt aus. Lediglich ein leichter Rückgang der Beschäftigung von 0,2 Prozent wird für 2009 angenommen – bis 2012 hingegen soll die Beschäftigung um diesen geringen Wert wieder zunehmen. Die Zahl der Arbeitslosen soll sich folglich stabil um 3,3 Millionen bewegen.
Eine entscheidende Rolle für die Sicherheit der Rentenkasse kommt der Entwicklung der Bruttolöhne zu. Hier geht die Bundesregierung davon aus, dass im nächsten Jahr ein Plus von 2,8 Prozent und in den Folgejahren ein Plus von 2,3 Prozent zu erwarten ist.
Keine Berücksichtigung findet das Phänomen der Altersarmut im alle zwei Jahre von der Bundesregierung vorgestellten Rentenbericht. Außerdem hat nach einer Umfrage des "Datenreports 2008" des Statistischen Bundesamtes nur noch ein Drittel der Bevölkerung Vertrauen ins System, und nur 26 Prozent der Befragten setzen darauf, dass die Rente sicher ist.
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