Hat der Generationenvertrag heute noch Bestand? Beim aktuellen demografischen Wandel in Deutschland ist es schwierig, diesen Aufrecht zu erhalten.
Dieser Vertrag ist nicht etwa ein schriftlich irgendwo festgehaltener Vertrag, sondern ein gesellschaftliches Übereinkommen als Basis für die gesetzliche Rentenversicherung. Das heißt: Die heute Berufstätigen finanzieren durch ihre Beiträge die Rente der Älteren. Bis sie selber so alt sind, dass ihre Rente von den dann Jungen erarbeitet wird.
Die gesetzliche Rentenversicherung finanziert sich durch das Umlageverfahren: Die Beiträge der Erwerbstätigen werden nicht gewinnbringend angelegt, sondern sofort wieder für die Rentenzahlungen verbraucht. Der große Nachteil: Es werden keine Rücklagen gebildet.
Die Rentenreform 1957 der damaligen CDU-Bundesregierung unter Kanzler Konrad Adenauer führte das Umlageverfahren ein. Das war zu einem Zeitpunkt, als die Altersstruktur der Bevölkerung noch eher einer Pyramide glich: Viele junge Leute "unten"; nur vergleichsweise wenige Ältere "oben". Es beruhte auf einem Konzept des Sozialpolitikers Wilfried Schreiber. Und es funktioniert reibungslos, wenn die Altersstruktur der Bevölkerung keinen gravierenden Veränderungen ausgesetzt ist. Wilfried Schreiber hatte auch eine „Kindheits- und Jugendrente“, die die Kindererziehung honorieren sollte, eingeplant. Sie sollte durch über 35-jährige kinderlose Arbeitnehmer finanziert werden. Dieses Konzept fand aber keine Mehrheit im Parlament.
Die Höhe der Beiträge sowie die Höhe der Renten ist abhängig von der Altersstruktur - und diese hat sich in den letzten Jahren entscheidend verändert:
Und das passiert gerade in Deutschland: Die Geburtenzahlen gehen zurück, gleichzeitig steigt Lebenserwartung der Menschen. Heute finanzieren ca. 100 Arbeitnehmer 50 Rentner. Dagegen werden es schon 2040 84 Rentner sein.

Quelle: Statistisches Bundesamt
So wird es darauf hinauslaufen, dass
Das heißt auch, dass die Arbeitnehmer, durch die Beiträge der Rentenkassen immer stärker belastet werden und im Endeffekt weniger Geld zum Ausgeben haben. Konkret heißt das: Wer heute etwa 30 Jahre alt ist, muss im Schnitt rund 100.000 € mehr ins Steuer- und Sozialsystem einzahlen, als er daraus an Leistungen beziehen wird.
Das damals von Adenauer versprochene Rentenniveau von 70 Prozent des Lohnes ist nur für den komfortabel, der 45 Jahre lang Vollzeit gearbeitet und dabei durchschnittlich verdient hat. Wer aber nur in Teilzeit gearbeitet, sich um die Familie gekümmert hat oder zwischenzeitlich arbeitslos war, für den ergibt sich eine magere Rente. Ohne private Vorsorge wird er seine Versorgungslücken im Alter kaum schließen können.
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