Schrumpfkurs bei den Renten: Senioren bekommen weniger Rente als in den Jahren zuvor. Dafür gibt es mehr Beitragszahler.
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hat den Alterssicherungsbericht 2008 vorgelegt. Zur Vorlage eines Alterssicherungsberichtes ist eine Bundesregierung durch das Gesetz in jeder Legislaturperiode verpflichtet. Der letzte Alterssicherungsbericht datiert aus dem Jahre 2005 und bezieht sich auf Datenmaterial aus dem Jahre 2003. Der aktuelle Alterssicherungsbericht fußt wiederum auf zwei Jahre alten Zahlen.
Fest steht: Die Rentnerinnen und Rentner in Ost und West erhielten unter dem Strich weniger Geld als je zuvor:
| 2003 | 2007 | Differenz | |
| Rentner West | 998 € | 963 € | - 35 € |
| Rentnerin West | 458 € | 456 € |
- 2 € |
| Rentner Ost | 1121 € | 1066 € | - 55 € |
| Rentnerin Ost | 650 € | 669* € | - 19 € |
*Die geringfügig höheren Renten für Rentnerinnen in den neuen Bundesländern erklären sich laut Alterssicherungsbericht aus den längeren Anrechnungszeiten.
Den landläufigen Meinungen zum Trotz hat die Anzahl der Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) nicht abgenommen. Im Gegenteil: Laut Alterssicherungsbericht ist in den Jahren 2003 bis 2007 die Anzahl der Einzahler um 1,6 Millionen gewachsen. Damit sind nun 35 Millionen Arbeitnehmer zugleich Einzahler in die GRV – das sind so viele wie nie zuvor. Hier dürfte die günstige konjunkturelle Entwicklung und die damit einhergehenden Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ihre Wirkung entfaltet haben.
Auf der anderen Seite ist aber auch die Zahl der Rentenempfänger gestiegen: Nun sind es 1,4 Millionen Leistungsempfänger mehr, die das Heer der zusammen 16,8 Millionen Rentner bilden. Der Generationenvertrag funktioniert also noch.
Fest steht weiterhin: Die Rente ist sicher, aber sie ist nicht hoch. Könnten Sie als Frau in den neuen Bundesländern von nur 669 Euro im Monat so leben wie zur Zeit? Auch Sie sollten die Vorlage des neuen Alterssicherungsberichtes der Bundesregierung zum Anlass nehmen, über Ihre Altersvorsorge nachzudenken. Prüfen Sie anhand der PuroVivo-Checkliste, ob auch Sie mit privater Vorsorge Ihre Rente entscheidend aufbessern können.
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