Lebensarbeitszeit: Deutsche wollen länger arbeiten

Studie belegt: Immer längere Lebensarbeitszeit, immer späterer Renteneintritt und ein aktiver Ruhestand sind als Altersvorsorge attraktiv.

Lebensarbeitszeit: Deutsche wollen länger arbeiten

„Von heute auf morgen aufs Altenteil“ – das war einmal. Immer mehr Angestellte planen eine längere Lebensarbeitszeit und wollen auch nach einem späteren Renteneintritt im „Ruhestand“ beruflich aktiv bleiben. Und zwar nicht nur wegen des Geldes.

Haben Sie vor, mit Erreichen ihres Renteneintrittsalters von heute auf morgen die Arbeit niederzulegen und die Früchte jahrzehntelanger Arbeit zu genießen? Zu diesem traditionellen Ruhestandsmodell mit fixer Lebensarbeitszeit greifen immer weniger Angestellte. Das ist das Ergebnis einer neue Studie des Personaldienstleister Kelly Services.

Späterer Renteneintritt: Altersvorsorge reicht nicht aus

Nur ein Viertel der 2000 Befragten in Deutschland glaubt, im Alter mit der Rente und den Ersparnissen auszukommen, wobei Männer etwas optimistischer sind als Frauen. Dafür sehen über 60 % der Befragten heute schon voraus: Die Rente und die sonstigen Alterseinkünfte aus Versicherungen, Sparbüchern und Aktienpaketen werden nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Späterer Renteneintritt: Verlängerung der Lebensarbeitszeit

Die Lösung liegt für viele der Befragten nahe: Einfach länger arbeiten, die vollen Bezüge erhalten und so die finanzielle Altersvorsorge weiter ausbauen. Stellte der Arbeitgeber diese Frage: „Wollen Sie auch nach Erreichen der Altersgrenze weiterarbeiten?“, würden 60 % der Befragungsteilnehmer diese Frage klar mit Ja beantworten

Späterer Renteneintritt: Nützlich für alle

Wer also auch als Rentner aktiv bleibt und seine Dienste weiterhin dem Unternehmen zur Verfügung stellt, befindet sich in einer größer werdenden Gesellschaft. Dabei muss es nicht immer Vollzeit sein. In Frage kommen

  • Teilzeitjobs,
  • Tätigkeiten als Berater oder
  • als Selbständiger.

Der weltweite Fachkräftemangel erzeugt hier die große Nachfrage. Denn wer qualifiziert ist und über eine hohe Erfahrung verfügt, der ist für Unternehmen attraktiv: Weil seine Kenntnisse und Fähigkeiten der Firma erhalten bleiben sollen, denken viele Chefs über eine Beschäftigung auch nach dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters nach.

Späterer Renteneintritt: Nicht nur wegen des Geldes

Wer von heute auf morgen aus seinem gewohnten beruflichen Umfeld ausscheidet, dem fällt zuhause „die Decke auf den Kopf“. Er weiß mit sich nichts anzufangen und wird nicht selten krank. Teilzeitbeschäftigungsmodelle hingegen ermöglichen es alten Arbeitnehmern, eine vernünftige Balance zu finden in ihrem persönlichen Lebensstil. Wer aktiv ist und das Gefühl hat, gebraucht zu werden, erlebt eine höhere Lebensqualität – von den finanziellen Vorteilen einmal abgesehen. Denn dieser Grund ist nur für jeden Vierten der Befragten der Grund, die eigene Lebensarbeitszeit durch eine Verschiebung des Renteneintrittsalters zu verlängern.

Späterer Renteneintritt: Grund für Optimismus

Die wesentlichen Ergebnisse der Kelly-Studie im Überblick:

  • 59 % der Befragten wollen mit 65 in Rente gehen;
  • 41 % haben vor, auch nach dem 65. Lebensjahr zu arbeiten;
  • 57 % können sich generell vorstellen, als Rentner zu arbeiten;
  • nur 29 % glauben jedoch, im Alter von ihrem Ersparten leben zu können.

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