Alarmierendes Ergebnis der neuesten repräsentativen Umfrage des Allensbach-Institutes für Meinungsforschung: Inflation spielt bei der Vorsorgeplanung für eine Mehrheit der Befragten „keine Rolle.“
Planen auch Sie keinen Ausbau Ihrer privaten Vorsorge? Geben Sie für Ihre private Vorsorge weniger als 188 € im Monat aus? Dann sind Sie in "guter Gesellschaft", denn die Mehrheit der Deutschen denkt wie Sie. Möchten Sie sich, statt für Ihr Alter zu sparen, lieber ein Häuschen im Grünen kaufen? Auch damit liegen Sie voll im Trend, den das Institut für Demoskopie Allensbach in Zusammenarbeit mit der Postbank in einer großangelegten repräsentativen Umfrage ermittelt hat. Beruhigen sollte Sie das aber nicht!
In dem Irrglauben, fürs Alter schon genug vorgesorgt zu haben, befindet sich eine satte Mehrheit von 41 Prozent der Befragten, denn immerhin 40 Prozent sehen das nicht so, tun jedoch nichts dagegen. Knappe 20 Prozent der Befragten wissen nicht so recht, was sie dazu sagen sollen – denn sie wissen einfach zu wenig zum Thema Altersvorsorge.
Dass jedoch eine Mehrheit von 54 Prozent angibt, die Inflation bei der Planung zur Altersvorsorge einfach unberücksichtigt zu lassen, kann nur mit allgemeinem Kopfschütteln quittiert werden. Nur eine Minderheit macht sich darüber hinaus klar, dass der Ruhestand nach heutiger Einschätzung deutlich länger dauern kann als für vorangegangene Generationen und damit deutlich teurer wird. Auf die Frage, wie hoch die Befragten ihre eigene Lebenserwartung einschätzen, kam als Durchschnittswert 83 Jahre heraus. Damit liegt man deutlich über dem Bundesdurchschnitt von etwa 77 Jahren.
„Dass damit ausgerechnet zwei zentrale Aspekte der Altersvorsorge so wenig berücksichtigt werden, nämlich die Kaufkraft von Ruhestandsgeldern und die Länge ihres Bezugs, sollte jeden stark beunruhigen“, kommentiert dies Dr. Michael Meyer, Vorstandsmitglied der Postbank.
Wenn auch Sie noch nie von der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge gehört haben und der Begriff „Wohn-Riester“ kein wissendes Nicken auslöst, können Sie sich ebenfalls damit „trösten“, dass es inzwischen jedem Dritten im Land so geht
„Dieses Ergebnis ist umso überraschender, da 85 Prozent der Deutschen in unserer Studie die staatliche Förderung eines Eigenheims zur Altersvorsorge als eine gute Idee bewerten“, erläutert Meyer. „Von der Existenz einer bereits konkreten Umsetzung durch den so genannten Wohn-Riester haben die meisten aber bis heute noch nie etwas gehört.“
Spitzenwerte vermeldet die Studie bei den Fragen danach, welches die „ideale Form der Altersvorsorge“ darstellt:
Von den Berufstätigen sagten es sogar 68 %, und von den Berufstätigen mit Kindern gar 72 %. Damit genießt das eigene Heim als ideale Altersvorsorge ein höheres Ansehen als die gesetzliche Rente, die bis dato als die „sicherste“ Vorsorge galt.
Private Vorsorgemodelle wie Versicherungen oder Sparverträge hält eine relative Mehrheit der Befragten immer noch für deutlich sicherer als die staatliche Rentenversicherung – und das, obwohl es im internationalen Bankensystem derzeit mächtig knirscht und niemand weiß, welche „sichere“ Bank als nächstes zusammenbricht. Nur wer nicht oder nicht mehr arbeiten muss, vertraut der staatlichen Rente – mangels Alternativen.
„Insgesamt zeigt die diesjährige Postbank Studie, wie notwendig und zielführend staatliche Anreize für private Altersvorsorgemodelle sind“, resümiert Meyer. „Insbesondere die wiedererwachte Liebe der Deutschen zum Bau oder Kauf eines Eigenheims durch Wohn-Riester zu unterstützen, könnte zu einem Erfolgsmodell werden. Entscheidend ist jedoch, den Menschen die Notwendigkeit noch klarer zu verdeutlichen, dass sie bei der Altersvorsorge selbst aktiv werden müssen. Der Trend, dass hier die Bereitschaft und die eingesetzten Mittel zurückgehen, muss dringend gestoppt und umgekehrt werden.“
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